„Immer noch schmerzvoll“ – schwules Coming out zu Beginn der Aids-Krise

Februar 17, 2011

Im Magazin der Deutschen AIDS-Hilfe: „DAH-Aktuell“, erschien in der Ausgabe September 1993 unter dem Titel „Immer noch schmerzvoll“ ein Beitrag von Martin Dannecker, in dem dieser die Herausforderung beschrieb, trotz der Bedrohung durch AIDS ein schwules Coming-Out zu wagen und zu vollziehen.

Im Jahr 2011, 30 Jahre nach Beginn der AIDS-Geschichtsschreibung, veröffentliche ich mit Einverständnis der DAH diesen Text als historischen Beitrag, der insbesondere zum Verständnis der Biografien heute älterer schwuler Männer beitragen kann.

Immer noch schmerzvoll

Im Gespräch mit Aktuell beschreibt der Frankfurter Sexualwissenschaftler und Psychologe Martin Dannecker den Prozeß des schwulen Coming Outs.

Herr Dannecker, bei deutschen Jugendlichen zwischen zwölf und einundzwanzig Jahren gibt es eine Handvoll von HIV-Infektionen, die auf heterosexuelle Kontakte als Übertragungsweg zurückzuführen sind. Wie würden Sie angesichts dieser statistisch kaum noch meßbaren Bedrohung das große Interesse eines Heeres von Sexualwissenschaftlern und –pädagogen wie auch der Medien an flächendeckenden Aids-Präventionsmaßnahmen für diese Altersgruppe erklären?

Vergegenwärtigen wir uns diese heute fast schon nicht mehr rekonstruierbare Situation Mitte der achtziger Jahre, in der Aids große Hysterie auslöste. Die Standardparole was damals: „Aids geht alle an“. –Und gemeint waren damit ja wirklich alle, also auch die Heterosexuellen; da geriet die „unschuldige“ Gruppe der heterosexuellen Jugendlichen ganz automatisch ins Blickfeld. Dazu kam die falsche Vorstellung, die es seit der sogenannten sexuellen Liberalisierung gibt, dass es die Jugendlichen treiben wie die Schwulen, also bunt und durcheinander. Man wollte sozusagen wiedergutmachen, was diese sexuelle Liberalisierung ihnen „angetan“ hatte. Außerdem hatten einige Sexualpädagogen sicherlich auch das Interesse, Aids zu instrumentalisieren, um ihre schwindende Bedeutung wieder zu stärken.

Wo werden diese Diskurse gemacht und wer hält sie immer wieder am Laufen? Das derzeitige Interesse am Thema ist wohl ein Widerhall auf all die Forschungsvorhaben zur Jugendsexualität, die ja gerade jetzt abgeschlossen und in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Die neue Frage, ob es überhaupt noch notwendig ist, sich solch große Sorgen um die Bedrohung der Jugend durch Aids zu machen, wird noch nicht gestellt. In dieser nicht reflektierten humanen Geste des Beschützen-Wollens zeigt sich auch, dass Jugendliche immer dann zum Objekt des pädagogischen Zugriffs und der Sorge werden, wenn etwas gesellschaftlich als brenzlig und schwierig gilt. Die Erwachsenen sagen damit, dass die diese ganze schlimme Situation für die Jugendlichen schon richten werden. Man traut den Jugendlichen nicht so viele autonome Kräfte zu, dass sie mit entsprechenden Informationen, was Übertragungswege und Risiken anbelangt, allein zurecht kommen können.

Meinrad Koch, der Leiter des Aids-Zentrums im Bundesgesundheitsamt, rechnet nicht damit, dass es in absehbarer Zeit zu einem nennenswerten Anstieg von Neuinfektionen in dieser Gruppe kommen wird, weil heterosexuelle Jugendliche ihre ersten sexuellen Kontakte in der Regel in ihren Cliquen, also mit Gleichaltrigen aufnehmen würden. Unterscheiden sie sich damit von schwulen Jugendlichen?

Ja, es gibt eine Differenz. Ich erinnere mich an einen Jungen, der zu mir kam wegen eines Bundeswehrgutachtens. Er sprach von seiner Beziehung zu einem anderen Jungen, die mir so untypisch vorkam und gleichsam so heterosexuell, dass ich ihm zunächst unterstellte, er erzähle mir ein Märchen. Er hatte sich in der Schule in seinen Klassenkameraden und der sich auch in ihn verliebt. Sie sind dann, ohne dies voneinander zu wissen, zusammen in den Urlaub gefahren. Dort haben sie sich gegenseitig offenbart, zum ersten Mal miteinander geschlafen und waren sich von Stund an drei Jahre lang treu. Es erschein mir deshalb wie ein Märchen, weil es so war wie: Ich geh in den Wald so für mich hin, und nichts zu suchen war mein Sinn – und dann kommt plötzlich doch jemand.

Heterosexuelle Jungendliebe beginnt meistens in der Schule. Da gibt es einen Schulfreund, eine Schulfreundin, da sind die üblichen „peer groups“, die relativ homogen zusammengesetzt sind. Eine solche Gruppe gibt es für den jugendlichen Homosexuellen, der isoliert und allein ist, nicht. Er versucht, seine sexuellen Wünsche zu realisieren, indem er entweder eine Kontaktanzeige aufgibt – das machen sehr viele – oder indem er dort auftaucht, wo Schwule sich treffen; zunächst mal an den Orten, die nicht so dicht sozial strukturiert sind, also im Park, auf der Klappe. Um in schwule Kneipen zu gehen, müsste er seine Homosexualität schon zu einem großen Teil in seine Selbstwahrnehmung integriert haben. Aber wo er auch hingeht, dort sind nicht Gleichaltrige, die miteinander Kontakt haben, sondern es gibt eine höhere Altersdifferenz, die dann sozusagen zur Risikodifferenz wird.

Sie haben die sexuelle Liberalisierung angesprochen. Machen schwule Jugendliche heutzutage noch spezifisch andere Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit ihrer Sexualität und ihrer sexuellen Identität als heterosexuelle Jugendliche?

Der große Unterscheid ist, dass die Erfahrungen anders erfahren werden. Es gab die Vorstellung, dass im Zusammenhang mit der sexuellen Liberalisierung und mit der Schwulenbewegung das Erlebnis „Coming Out“ sich sehr stark verändert haben müsste. Ich kann das nicht feststellen, und es wundert mich auch nicht. Wir haben im Grunde dieselben Abläufe, wie wir sie schon vor zwanzig Jahren beschrieben haben.

In der Phase des Entdeckens und des Wahrnehmens, etwas wenn sie beim Onanieren homosexuelle Phantasien haben, reagieren schwule Jugendliche immer noch mit Abwehr. Das wird noch nicht als so konflikthaft erlebt, weil sie denken, dies sei eine vorübergehende Erscheinung. Wenn sich dann aber partout keine heterosexuellen Wünsche einstellen wollen oder wenn heterosexuelle Kontakte nicht zur Befriedigung der Sehnsüchte führen, wenn die eigene Homosexualität manifester und deutlicher wird, kommt es häufig zu Krisensituationen. Das alles findet nach wie vor in großer Isolation statt.

Ich kenne junge Homosexuelle, die ihren Eltern nicht sagen können und wollen, dass sie schwul sind, weil sie Angst haben, sie würden fallengelassen werden, obwohl sie eindeutig und sicher wissen, dass die Eltern nicht negativ auf ihre Homosexualität reagieren würden. – Das mögen Extremfälle sein, die aber etwas über die Normalität und das normale Coming Out aussagen. Sie wissen es aus Äußerungen, die wissen es, weil es einen homosexuellen Freund in der Familie gibt, und sie können es nicht, weil sie große Angst vor Liebesverlust haben.

Gut, das ist erklärungsbedürftig. Das hat zu tun mit einer diffusen bis negativen Reaktion auf die dem Coming Out vorausgehende Äußerung der Homosexualität. Homosexuell wird man ja nicht erst mit dem Coming Out, schwule Phantasien gibt es schon längst vorher. Und es gibt offensichtlich auch in vielen Fällen eine wahrnehmbare Differenz zwischen dem homosexuellen und dem nichthomosexuellen Kind. Gerade mit den Vätern kommt es zu Konflikten, wenn sie ihre  noch nicht manifest homosexuellen Söhne als zu wenig aggressiv, nicht männlich, sportlich oder praktisch genug erleben. So nimmt der Jugendliche, ohne dass er selber schon weiß, dass er schwul ist, die Diskriminierung von Verhaltensweisen wahr, die zu seiner Homosexualität gehören.

Sicherlich ist das Coming Out heute ein bisschen kürzer geworden, vielleicht fängt es auch ein bisschen früher an, aber es ist nicht konfliktlos geworden und wird immer noch als schmerzlicher Prozeß erlebt. Wenn der Jugendliche zum ersten Mal bereit ist, darüber zu sprechen, sei es mit Freunden, die nicht homosexuell sind, sei es mit den Eltern, dann mag es heute sehr wohl viel häufiger verständnisvollere Reaktionen als noch vor zwanzig Jahren geben – nur: Er muss sich erstmal trauen.

Was bedeutet es für das Coming Out, wenn junge Schwule ihre ersten Kontakte außerhalb ihrer gewohnten Zusammenhänge und an Orten, die ihnen fremd sind, herstellen müssen?

In dem Prozeß der Identitätsbildung sind die außerordentlich stark auf sich selbst gestellt, es gibt kaum Stützen und Hilfen. Ein Beispiel: Als die jüdische Schriftstellerin Hannah Arendt eingeschult wurde, sagte ihre sehr emanzipierte Mutter, wenn ihre Mitschüler sie peinigen würden, weil sie Jüdin sei, käme sie sofort und würde für Abhilfe sorgen. Hannah Arendt konnte sich also mit etwas Gemeinsamen identifizieren: mit ihrer jüdischen Familie. Homosexuell zu werden heißt dagegen, aus der Struktur dieser Familie herauszufallen, die eben nicht homosexuell, sondern heterosexuell ist. Das bedeutet eine frühe Isolation, in die das Fremdartige der Homosexualität so verwirrend einbricht, dass für ein strategisches, „vernünftiges“ Verhalten kaum Raum bleibt – also etwa auf die Beachtung von Safer Sex Regeln. Vom Jugendlichen dies in einer Situation zu verlangen, in der er noch nicht mal genau weiß, wer er ist und was er will, wäre wirklich eine kühne Erwartung an Rationalität.

Auf der einen Seite ist es das Unglück der Homosexuellen, dass sie so plötzlich herausfallen aus diesem elterlichen Verband, auf der anderen Seite kann es auch ihr Glück sein, autonom zu werden und aus diesen elterlichen Einhüllungen und Einseifungen herauszukommen.

Ein heterosexueller Jugendlicher kann mit seinen Freunden, in seiner Gruppe über Sexualität reden; wenn er Glück hat, auch in der Schule, im Elternhaus oder im Konfirmationsunterricht. Selbst in einem aufgeklärten Sexualkundeunterricht, der Homosexualität in akzeptierender Weise behandelt, wagen es schwule Jugendliche dagegen kaum, sich an den Diskussionen zu beteiligen, um eine Situation von vorneherein zu vermeiden, in der sie sich offenbaren müßten. Wohin wenden sich Jugendliche, die schwul werden, wenn sie mit anderen reden wollen?

Am besten an andere Schwule. Deshalb ist es ja auch eine weise politische Entscheidung, schwule Jugendläden oder Coming-Out-Gruppen zu gründen. Mit anderen Jungen, die ähnliche Probleme haben, kann eine Kommunikation darüber stattfinden, wie man Sexualität und Liebeswünsche in sein Leben integriert. Ein Gespräch mit den Eltern oder Freunden, mögen sie auch noch so verständnisvoll sein, kann eine Auseinandersetzung mit anderen Schwulen nicht ersetzen. Ein heterosexueller Freund kann die Sorgen nicht teilen, er hat ganz andere. Wenn er beispielsweise sagt, ich habe ja auch Schwierigkeiten mit meiner Sexualität. So leicht ist es ja auch nicht, eine Freundin zu kriegen, dann fühlt sich ein schwuler Jugendlicher ganz schnell missverstanden – zu recht. Es ist gar nicht die Frage, wie man einen Freund kriegt oder was man gegen sexuelle Schwierigkeiten unternimmt. Die zentrale Frage ist, wie man seine Homosexualität in der Welt und in sich selbst verankert.

An welchem Punkt während des Coming Out beginnen Jugendliche, sich mit Aids auseinanderzusetzen?

Das ist einen gute Frage – ich weiß es nur nicht. Zu mir kommen viele Jugendliche wegen dieser schon erwähnten Bundeswehrgutachten; ihre Aussagen sind für mich deshalb so wichtig, weil es sich bei ihnen nicht um „Patienten“ handelt. Von sich aus spricht davon nur eine Minderheit Aids als Konfliktpunkt an. Wenn ich nachfrage, bekomme ich zu hören, ja, das habe man sich auch schon „irgendwie“ bewusst gemacht. Häufig stecken aber die Eltern dahinter, die mit großer Sorge auf die Homosexualität reagieren und die Infektionsgefahr thematisieren.

Bemerkenswert ist, dass diejenigen, die von sich aus Aids als etwas ansprechen, was ihr Schwulwerden oder ihren Umgang mit homosexuellen Triebwünschen oder der Sexualität erschwert hat, ganz offensichtlich einen neurotischen Konflikt mit ihrer Homosexualität haben. Da spielt Aids dann eine ganz bedeutende Rolle und macht das Coming Out ungeheuer schwierig bis hin zu der Vorstellung, es wird aussichtslos: Wenn ich mir meine schwulen Wünsche gönnen würde, dann riskiere ich mich ja vielleicht so sehr, dass ich mich buchstäblich und wirklich vernichte.

Haben Sie auch Jugendliche erlebt, denen es von vorneherein gelingt, Safer Sex zu praktizieren zu können, ohne nennenswerte Abstriche an den eigenen Wünschen zu machen? Einige sagen ja, sie kennen Sexualität von vornherein nur mit Kondom, sie hätten damit kein Problem.

Safer Sex ist ebenso wenig selbstverständlich wie Sexualität überhaupt, zumal für schwule Jugendliche. Ein Junge, der über längere Zeit zu mir kam, sagte auch, er habe keine Schwierigkeiten mit Safer Sex. Dann hat er sich verliebt und sich gemeinsam mit seinem Freund testen lassen, damit sie aufs Kondom verzichten können – sprich: Es ist doch ein Problem. Wer schon im Coming Out mit der normativen Erwartung konfrontiert wurde, dass bei bestimmten sexuellen Kontakten ein Kondom dazugehört, dem mag die Benutzung zwar leichter fallen, aber bei den Konflikten dahinter gibt es zwischen Erwachsenen und Jugendlichen keinen große Unterschied. Da gibt es die ganze Bandbreite: Schwule, die das Kondom erotisch besetzen können, die das toll finden, auch in ihrer Phantasie; andere, die sich damit sehr geschützt fühlen, ihr Penis bleibt unverletzt und verursacht keine Verletzungen – ein Schutzgefühl, das weit über das hinausgeht, was Infektionen mit HIV anbetrifft.

Safer Sex funktioniert bei einem eher instrumentellen sexuellen Verhalten außerhalb von Beziehungen relativ gut. Bei einem eher expressiv-emotionalen Verhalten innerhalb von Beziehungen, wo es Phantasien von Liebe und Vertrauen und Verschmelzen gibt, da klappt es sehr viel schlechter.

Ist ein Jugendlicher, der sich selbst noch nicht als schwul begreift, aber schon sexuelle Kontakte mit Männern hat, in der Lage, sich zu schützen?

In bestimmten Konfliktsituationen auf Schutz zu bestehen, würde ja heißen, sich eine Gefährdung durch einen homosexuellen Kontakt einzugestehen. Man kann im Coming Out während einer langen Phase Sex mit anderen Männern haben, ohne das als schwule Kontakte wahrzunehmen. Wenn der Jugendliche noch keine schwule Identität hat, ist es schwer, dieses symbolisch so deutlich mit Aids beladene Kondom einzusetzen. Da ist es leichter, hochriskante Kontakte zu verweigern, etwa, dass man anal penetriert wird.

Es gibt allerdings auch Beispiele dafür, dass der erste riskante Sexualkontakt den Umschlagpunkt zum Eingeständnis der eigenen Homosexualität bildet. Wenn der Jugendliche mehr will als diese pubertären Spielereien mit Gleichaltrigen, wenn er seine Phantasien umsetzen will in die Realität, kann es geschehen, dass er sich auf ein Risiko einlässt, weil es auch bedeutet, jetzt den Schritt zu einem richtig schwulen Kontakt geschafft zu haben. Ich habe einem jungen Mann, der sich tatsächlich bei seinem ersten schwulen Sex infiziert hat, die naive und blödsinnige Frage gestellt, warum er sich denn nicht geschützt habe. Er hat völlig adäquat geantwortet: ihm sei alles andere durch den Kopf gegangen, er sei so verwirrt gewesen, dass er beim besten Willen daran nicht habe denken können.

Viele Sexualpädagogen vertreten ja immer wieder, dass das entscheidende kommunikative Mittel auch in der sexuellen Auseinandersetzung die Sprache sei. Sie stärken Jugendliche darin, mit dem Partner über ihre sexuellen Wünsche und Schwierigkeiten zu reden. Ich glaube nicht, dass das funktionieren kann. Die entscheidende Kommunikation in der Sexualität verläuft ohne Worte, durch Sensibilität für die körperlichen Reaktionen, durch blicke. Wir alle setzen Sprache erst dann ein, wenn die Sexualität wirklich so konflikthaft geworden ist, dass metasprachliche Mittel und körperliche Codes nicht mehr durchsetzungsfähig sind – wenn also nichts anderes mehr hilft.

Was kann die Aids-Hilfe dazu beitragen, dass junge Schwule den Prozeß des Coming Out durchleben, ohne sich zu infizieren?

Sie muß ihre politische Kraft, ihre Bedeutung einsetzen, dass Homosexualität als ein selbstverständliches Feld der Sexualität gezeigt wird, ohne dass moralisiert wird. Das kann im Sexualkundeunterricht, in Kino- oder Fernseh-Spots, auf Plakaten und in Broschüre geschehen. Nur: Es wäre für bestimmte Gruppen eher kontraproduktiv, wenn die Aids-Hilfe das selbst tut. Sie wird mit Recht als homosexuelle Organisation betrachtet. In ihren Broschüren propagiert sie ja ungebrochen das freie und lustvolle Ausleben schwuler Sexualität. Das ist auch gut so, das sind ihre Meriten, das verschafft ihr großes Vertrauen bei Schwulen. Jugendliche allerdings, die der Homosexualität noch ambivalent gegenüber stehen, werden diese Ambivalenz natürlich auch der Aids-Hilfe gegenüber empfinden. Wer noch nicht für  sich akzeptieren kann, schwul zu sein, wird einen Bogen um Institutionen machen, die so schwul sind wie die Aids-Hilfe. Das werden einige in den Aids-Hilfen nicht gern hören, weil sie sich für alles zuständig fühlen, was mit Homosexualität zu tun hat.

Herr Dannecker, vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellten Sönke Müller und Jürgen Neumann.

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Mein Leben mit HIV ist ein Schatz an Erfahrungen

Juni 28, 2010

Älterwerden mit HIV als schwuler Mann: Mit diesem Thema beschäftigt sich Michael Jähme von der AIDS-Hilfe Wuppertal seit längerer Zeit. In Fresh spricht er über seine persönlichen Erfahrungen.

Warum treibt Dich dieses Thema so an?

Ich bin jetzt 51 Jahre alt. So alt zu werden hatte ich mir nie vorstellen können. Lange ging es darum, einem überlebten Jahr ein weiteres überlebtes Jahr hinzuzufügen. Aber inzwischen bieten die wirksamen Therapien große Sicherheit. Einfach nur zu überleben, reicht mir als Lebenssinn nicht mehr. Erst seit wenigen Jahren, wo die Angst, bald krank zu werden, ganz verschwunden ist, kann ich erstaunt Rückschau halten und anfangen zu verstehen, was ich da eigentlich überlebt habe, was alles passiert ist und was diese Erfahrungen und Erlebnisse mit mir gemacht haben. Schließlich habe ich meine Diagnose zu einer Zeit bekommen, als die AIDS-Hysterie sehr bedrohlich war. Ich möchte verstehen, was in diesen Jahren passiert ist und möchte meinen Erlebnissen Bedeutung geben. Für mich ist das nötig, um nicht nur körperlich, sondern auch psychisch gesund alt zu werden mit HIV.

1990 hast Du Deine Diagnose bekommen, Du lebst also bereits 20 Jahre mit HIV. Gibt es nach wie vor staunende Blicke, wenn Du Dich als Langzeitpositiver zu erkennen gibst?

Ja, das ist so. Besonders bei TeilnehmerInnen von Fortbildungsveranstaltungen für Krankenpflege und Altenpflege erlebe ich ein Erstaunen, dass man inzwischen mit HIV alt werden kann. Dann ist das Interesse sehr groß, mehr über die medizinischen Therapiefortschritte zu hören. Und auch dass eine wirksame Therapie zur Folge hat, quasi nicht mehr infektiös zu sein, überrascht viele. Viele sagen dann: Das muss mehr bekannt gemacht werden!

In Gesprächen mit schwulen Männern die heute so um die 40-50 Jahre alt sind, hast Du viele „HIV-typische Spuren“ in deren Biographien registriert, die auch seelische Narben hinterlassen haben. Was sind Deine Traumata und Narben?

Es ist einfach ein Trauma, jahrelang die Unsicherheit aushalten zu müssen: Wie lange überlebe ich? Wie lange geht es gut? Wie lange bleibe ich gesund? Bei aller Emanzipation und allem Lebenswillen war diese Angst vor dem Tod doch knallharte Realität. Die jahrelange Todesbedrohung durch HIV hat chronisch am Selbstwertgefühl genagt. Es ist so unfassbar, dass wir das überlebt haben und heute die Zeit wirksamer Therapien erleben! Mich schmerzt der Tod von Freunden, die mir heute als Weggefährten im Älter-Werden fehlen. Und für die Gesellschaft waren wir HIV-Positiven bestenfalls geduldet, nie voll akzeptiert. Die bis heute andauernden Schuldzuweisungen und Stigmatisierungen von Menschen mit HIV sind ungeheuerlich und empörend. Dazu kommt noch die immer latent vorhandene Homophobie in der Gesellschaft. Es ist einfach anstrengend, über Jahre hinweg dem allen Widerstand zu leisten und sich zu behaupten. Es empört mich, dass die Lebensleistung meiner Generation schwuler Männer nicht breit gesellschaftlich gesehen, gewürdigt und anerkannt wird!

Beim Umgang mit den belastenden Erlebnissen entwickelt jeder seine individuelle Strategie. Welchen Weg der Verarbeitung bist Du gegangen?


Mein Weg ist es, über das zu reflektieren, was mein Leben beeinflusst hat und was mich geprägt hat. Es ist eine schmerzhafte Wahrheit, dass HIV so viel Traurigkeit und Angst ins Leben gebracht hat. Es braucht Zeit, sich dessen bewußt zu werden. Und Mut. Seit längerer Zeit mache ich eine Psychoanalyse, in der ich das alles nach und nach entdecke und wo ich Unterstützung erlebe und Raum bekomme, dies entdecken zu können. Zum psychisch gesund alt werden mit HIV gehört für mich, all diese schrecklichen, schmerzhaften und kränkenden Erlebnisse beim Namen zu nennen und von meinem Gegenüber Verständnis und ein offenes interessiertes Ohr zu erfahren. Wir müssen über die wirklich wichtigen Dinge in unserem Leben reden. Dann versteinern wir nicht in unseren Traumata und Schmerzen, sondern öffnen uns großer Lebendigkeit, Lebensfreude und Lebenskraft.

Du forderst: Schwule Senioren, mit HIV und ohne HIV, sollen als Zeitzeugen angesehen und anerkannt werden und sich auch selber als solche begreifen. Was konkret ist dafür von wem zu tun?


Die Schuldzuweisungen müssen aufhören, die Stigmatisierung und Diskriminierung muss aufhören! Wertschätzung und Würdigung ist Voraussetzung dafür, dass Menschen, die wie ich nun schon Jahrzehnte mit HIV leben, einen offenen Raum vorfinden, um von ihren Erlebnissen erzählen zu können, wenn sie es denn wollen. Das ist eine Forderung an die Gesellschaft. Dann gibt es etwas, was jeder Einzelne tun kann: Wir Zeitzeugen haben etwas erlebt, was lohnt, im gesellschaftlichen Gedächtnis zu erhalten. Unsere Erfahrungen sind ein Schatz. Wir Langzeitpositiven und schwulen Senioren müssen uns dessen bewußt werden. Aus Bewußtsein kann Selbstbewußtsein entstehen. Und dann wären wir auch eher bereit, als Zeitzeugen sichtbarer werden. Vielleicht wäre es für manchen auch immer noch ein Outing mit HIV, für das man Mut braucht. Von uns muss die Bereitschaft kommen und von außen muss das Interesse kommen.

Dieses Interview mit Michael Jähme führte Christian Scheuß für das Magazin FRESH. Es wurde veröffentlicht in der Ausgabe Juli 2010. Hier als Blogbeitrag die ungekürzte Fassung.

Siehe auch: Langzeitpositive und schwule Senioren sind Zeitzeugen vom Leben mit HIV


Anders altern – Lesben und Schwule kommen in die Jahre (akt.)

Januar 21, 2010

Die Broschüre „Anders altern – Lesben und Schwule kommen in die Jahre – Informationen für Beschäftigte in der Altenpflege“ ist nun nach langer Vorlaufzeit veröffentlicht.

Zum Inhalt:

Die Informationen sollen dazu beitragen, die Bedürfnisse von älteren gleichgeschlechtlich liebenden Frauen und Männern zu erkennen und Sensibilität dafür zu entwickeln. Die Lebenssituation der Älteren soll somit sichtbarer werden. Dabei geht es auch darum, soziale Netzwerke zu planen und aufzubauen und Orte für ältere Lesben und Schwule zu konzipieren, damit sie ein selbstbestimmtes Leben im Alter führen können. Die Broschüre wendet sich sowohl an die Managementebene von sozialen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen als auch an deren Beschäftigte.

Bezugsadresse:

Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit

Referat II 2

Dostojewskistr. 4

65187 Wiesbaden

Tel. 0611/817-3858

Fax 0611/8908-4105

mailto: ulrich.bachmann@hmafg.hessen.de

(Nachtrag:) oder hier auch als pdf.


Schwule sind eindeutig unpolitischer geworden

Oktober 28, 2009

In einem gepodcasteten 10-minütigem Interview mit der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ hält Erwin In het Panhuis, Vorstand des Vereins Centrum Schwule Geschichte / Köln einen politischen Rückblick auf die Entwicklung der Emanzipation und Akzeptanz von Homosexualität in der deutschen Gesellschaft.

Centrum Schwule Geschichte, Köln

Darüber hinaus bewertet er kritisch und pointiert die aktuelle Entwicklung: „Die Schwulen sind eindeutig unpolitischer geworden.“ Dabei gäbe es noch genug Anlass, sich gegen nach wie vor bestehende Diskriminierungen und Benachteilgungen zu wehren: „Ich glaube, dass die gesellschaftliche positive Einstellung auf einem sehr sehr wackeligen Fundament steht.“

Klischees übereinander gäbe es sowohl bei Heteros wie bei Schwulen. Erwin In het Panhuis bemerkt in letzter Zeit eine  höhere Offenheit von Heteros gegenüber Schwulen und Lesben. Schwule und Lesben dagegen würden oft lieber in ihren Subkulturen leben und ein Scheuklappendenken pflegen, weil sie sich in ihrer Parallelgesellschaft eingerichtet haben. Dagegen werden Heteros zunehmend im positiven Sinne entspannter, neugierig und fragen auch nach.

Im Dialog und Kontakt könnten Klischees dann schnell durchbrochen werden.

In der Ausgabe 11/2009 von Bild der Wissenschaft befindet sich ein Schwerpunktteil zu Homosexualität:

Schwule geben den Forschern nach wie vor Rätsel auf. Merkt man Kindern schon früh an, wenn sie „anders gepolt“ sind? Warum lehnen viele Menschen Schwule ab? Und wieso ist gleichgeschlechtlicher Sex im Tierreich so weitverbreitet?

Da scheint sich ein Weg zum Zeitschriftenstand am Kiosk zu lohnen!

Aber warum wird, wie oben in der zitierten Vorankündigung der Onlineredaktion von BdW, einmal wieder Homosexualität nur mit schwulen Männern angesprochen und lesbische Frauen bleiben als Gruppe nicht genannt?

Das gepodcastete Interview jedenfalls ist aufschlussreich, frisch und  politisch. Anhören lohnt!


Kriterium für Kindesadoption ist liebevolle Fürsorge

Juli 23, 2009

Einen neuen Anlauf, um lesbischen und schwulen Lebensgemeinschaften die Adoption von Kindern rechtlich auch als Paar zu ermöglichen, unternimmt Bundesjustizministerin Brigitte Zypries:

„Eine neue Studie habe belegt, dass Kinder in homosexuellen Lebenspartnerschaften nicht schlechter aufwüchsen als in anderen Partnerschaften“, sagte Zypries in einem Interview im Deutschlandfunk.

Zypries stellte heute eine „überdurchschnittlich repräsentative Studie“ vor, die belegt, dass Kinder in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften genauso aufwüchsen wie andere. In der nächsten Legislaturperiode will sie einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen, der die Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare erlaubt:

Das vom Bundesministerium der Justiz beauftragte Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg hat in Kooperation mit dem Staatsinstitut für Frühpädagogik in München die erste aussagekräftige Forschung über Kinder in Regenbogenfamilien in Deutschland vorgelegt. Der plural zusammengesetzte, begleitende Forschungsbeirat bezeichnet die Ergebnisse als international einzigartig.

Die Studie mit dem Schwerpunkt auf Kindern in Lebenspartnerschaften ist überdurchschnittlich repräsentativ: In Deutschland wachsen rund 2.200 Kinder in einer Lebenspartnerschaft auf. Die Situation von 693 dieser Kinder (32 %) wurde durch Befragung der Eltern analysiert, und 95 Kinder (5 %) wurden zusätzlich persönlich befragt. Zum Vergleich: Bereits eine Befragung von 1 % der Zielgruppe gilt gemeinhin als repräsentativ.

Frau Zypries weist darauf hin, dass in der Studie lediglich Paare, welche eine eingetragene Lebenspartnerschaft über das LPartG eingegangen sind, enthalten sind. Tatsächlich ist die Zahl der in schwulen und lesbischen Paarbeziehungen aufwachsenden Kinder natürlich größer.

Weitere Infos:

  • Bundes-Justizministeriums: Pressemitteilung
  • Das Interview mit Frau Zypries im DLF zum anhören hier

Der Papst in Afrika: Mit dem Pimmel nur Pipi machen…

März 21, 2009

Kabarettist Jürgen Becker stellte jüngst fest: „Der heilige Vater entwickelt sich immer mehr zum gefürchteten Herbergsvater, der seine verklemmten Fantasien an der Jugend ausläßt: Mit dem Pimmel nur Pipi machen und abends die Hände auf der Bettdecke, sonst gibt’s Rückenmarksschwund…“

Die „Frühstückspause“ vom 20.3.09 im WDR2 / „Kabarett am Freitag“  mit Jürgen Becker und Didi Jünemann gibts bis zum 27.3. als podcast zum anhören und downloaden.

Hier meine Abschrift des erfrischenden Dialoges:

B: Herr Jünemann! Frühstückspause!

J: Ja, Herr Becker, ich komme!

B: Herr Jünemann, wat jibbet Neues?

J: Diese Woche bleibt alles beim Alten statt nach vorn zu gucken. Alle sind dagegen: Die große Koalition ist gegen Einigkeit, der Bundesgerichtshof gegen geschiedene Mütter, der Kabarettpapst Dieter Hildebrandt gegen Comedy und der katholische Papst ist gegen Kondome.

B. Wobei dat wohl der größte Witzbold ist.

J: Dat weiß man ja: Der Papst ist gegen Schwul-sein, gegen den Satan…

B: …gegen Sex überhaupt, ausser ganz ganz strenger Reglementierungen..

J: Ja, wenn man sich daran dann nicht hält, dann kommt der katholische Gott aber ganz ganz schlecht drauf!

B: Da können die Afrikaner im Grunde doch froh sein, dass sie nur mit Aids gestraft werden und nicht noch einen Tsunami oder Kathrina auf den Hals geschickt kriegen!

J. Ja, alles ist eine Strafe Gottes, so sieht man das im Klerus scheinbar öfter, wie zum Beispiel auch dieser Bischof Wagner, den der heilige Vater da in Linz postieren wollte

B. Der heilige Vater entwickelt sich immer mehr zum gefürchteten Herbergsvater, der seine verklemmten Fantasien an der Jugend ausläßt: Mit dem Pimmel nur Pipi machen und abends die Hände auf der Bettdecke, sonst gibt’s Rückenmarksschwund…

J: …und in Folge gibt es in der katholischen Kirche Mitgliederschwund. Bei uns durch Austritte und in Afrika durch Aids.

B: Ich halte es auch für fraglich, ob es sich eine Firma leisten kann, auf 50 Prozent intelligenter Führungskräfte von vorne herein zu verzichten.

J: Wen meinen Sie?

B: Die Frauen! Von Bischof Wagner, über Kardinal Meisner bis zu den Piusbrüdern: Man merkt, die müssen scheinbar Gift nehmen.

J: Ja, es sieht so aus!

B: Jüngst sagte noch ein katholischer Geistlicher: Langsam entwickelt sich die katholische Kirche zu einem Sammelbecken, die einen an der Waffel haben.

J: Aber da können die Gläubigen mal ein bisschen mehr Demokratie wagen: aus der Kirche austreten und die gleiche Summe der Kirche dann dort spenden, wo sie gute Arbeit leistet, zum Beispiel der Schwangerschaftskonfliktberatung Donum Vitae.

B: Ja, aber dann glauben die Leute, sie kommen nicht in den Himmel!

J: Dat is doch Quatsch! Kirchensteuer gibt es doch nur bei uns! In Frankreich zahlt keiner Kirchensteuer. Meinen Sie, die Franzosen kämen alle in die Hölle?

B: Nja, das kann schlecht sein, das stimmt. Da sieht man mal wieder: Der Satz aus dem rheinischen Glaubensbekenntnis stimmt! „Jott is gar nit esu.“

J: Und deshalb, liebe Afrikaner: Bejubelt den Papst, Bischof und Prälat und spendet 10 Cent dem Kondomautomat!

B: Es lohnt sich auch nicht, auf den Papst zu hören. Ich hab jetzt im Internet gelesen, es gibt Gerüchte aus dem Vatikan, der Papst denke sogar über Rücktritt nach!

J: Da stellt sich dann natürlich die Frage: Wer wird dann wohl sein Nachfolger?

B: Hmm, … wahrscheinlich wieder Franz Müntefering!

Blogs zum gleichen Thema:

Der Papst verschlimmert das Aids-Problem

Benedikt und die Kondome

Deutsche AIDS-Hilfe: Papst läd Schuld auf sich

Er hatts wieder getan (mit weiteren links zu früheren „Taten“)


Die Kirche im Komödienstadel

Februar 10, 2009

Aids als Strafe Gottes? Blogger Ondamaris greift heute die öffentliche Diskussion um Papst und Piusbrüderschaft auf. Da mag ich auch gerne meinen Senf dazugeben:

Das Menschenbild dieser Kirche(n) entlarvt sich als in weiten Teilen demokratiefeindlich: Es traut dem Menschen den rechten Umgang mit der Freiheit nicht zu. Diese Kirche(n) meinen, der Mensch würde in der Freiheit verloren gehen, versagen und untergehen, demzufolge müsse man ihn vor der bösen Freiheit schützen und ihm qua Autorität Kirche Gebote geben und Gehorsam abverlangen.

Die Polarität ist die zwischen persönlicher Freiheit plus Verantwortungsübernahme einerseits und Unterwerfung plus Verantwortungsdelegation an eine Institution andererseits.

Die Achse des Bösen verläuft also im Mauerwerk zwischen meiner Wohnung und der meiner Nachbarn, denn ich verkaufe meine Seele nicht an Fischer, die diese dann auf  ihrem Markte verhökern würden.

Da ist es nämlich ganz dumm gelaufen, wenn die selbstangemaßte Unfehlbarkeit sich irrt und man als gläubiger Mensch nur belämmert nach Rom gucken kann und das eigene Hirn die Welt nicht mehr versteht. Offensichtlich fängt das Hirn dann doch wieder an, SELBER zu denken, Denkfreiheit für sich zu reklamieren… ein interessanter Reflex von Autonomie, die dem Menschen trotz aller Bemühungen nicht auszutreiben ist.

In einem anderen Zusammenhang hatte ich ja auch schon mal getitelt: „Wer sich das eigene denken abnehmen lässt, mit dem ist es aus.“

Das ist schon ein schicker Komödienstadel, den wir hier auf der Erde veranstalten. Da halte ich es doch lieber mit der Gelassenheit.

Und verteidige vehement die Trennung von Kirche und Staat!