HIV/AIDS in der Welt der Arbeit – ein Animationsfilm der DAH

November 7, 2008

Einen Animationsfilm zum Thema HIV /AIDS und Arbeit hat die Deutsche AIDS-Hilfe im April 2008 bei youtube eingestellt. In 7.31 Minuten wird kompakt dargestellt, welche Konfliktlagen entstehen, wenn im Kollegenkreis die HIV-Infektion eines Teammitglieds bekannt wird.

Vorurteile und Ansteckungsängste werden wach, Ausgrenzung und Stigmatisierung droht, aber Vorgesetzte können mit Unterstützung durch Mitarbeiter der Aidshilfe aufklärend und versachlichend Einfluss nehmen. Idealerweise kann so der Arbeitsfrieden wiederhergestellt und können irrationale Ängste ausgeräumt werden.

Anregung und Orientierung für Leitungspersonen, Betriebsräte und engagierte Angestellte bietet eine in der Schweiz entwickelte „Betriebsstrategie zu HIV/Aids„. Wie in dem pdf-Dokument zu lesen ist, kann „keine Strategie … für alle Situationen gelten, doch dürfte es in jedem Fall hilfreich sein, die [vorgeschlagenen] … Elemente aufzunehmen.“

„Viele Strategien bleiben ein Stück Papier, das nichts verändert. Um das zu vermeiden, sollten die zur Umsetzung der Strategie notwendigen Maßnahmen beschrieben und insbesondere Strukturen und verantwortliche Personen benannt werden.“

Plakat der Deutschen AIDS-Hilfe

Besondere Verantwortung kommt auch den Fallmangern und Fallmanagerinnen der Jobcenter bei der Agentur für Arbeit zu. Um die Betreuung von arbeitssuchenden Menschen mit HIV und AIDS zu verbessern, sprich: Vorurteile und Unwissenheit bei den eigenen Mitarbeitern abzubauen, begann 2007 ein Pilotprojekt in Niedersachen.

Blogger Ondamaris sagt zu recht: „…Die Formen alltäglicher Diskriminierung und Stigmatisierung sind vielfältig. So vielfältig, dass die Franzosen ihnen schon (in Anlehnung an den Begriff ‘Homophobie’) einen Namen gegeben haben: Serophobie.“

Der Alltag zeigt mir , dass es in erster Linie beherzte Menschen braucht, egal ob Chefs, Vorgesetzte, Betriebsräte, – oder einfach KollegInnen mit gesundem Menschenverstand und Zivilcourage, damit das Bekanntwerden der HIV-Infektion eines Angestellten ohne Schaden für diesen bleibt.

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