„Ich hatte AIDS“ – Von AIDS kann man auch wieder gesund werden

November 23, 2011

Die Bezeichnung AIDS ist eine medizinische Definition für das Vollbild der fortgeschrittenen HIV-Infektion. In den 80er Jahren bedeutete „Vollbild AIDS“ eine sehr kurze Lebenserwartung von nur etwas mehr als einem Jahr.

Heute, 30 Jahre später, kann man vom Vollbild AIDS auch wieder weitgehend gesund – und mit HIV alt werden.

Zu spät mit HIV diagnostiziert, sterben auch heute noch Menschen an AIDS und im Vollbild AIDS. Das wäre vermeidbar, würde die HIV-Infektion früher erkannt– und mit den HIV-Medikamenten behandelt. Bei manchen wird die HIV-Infektion aber erst so spät festgestellt, dass es für die HIV-Medikamente zu spät ist – die Medikamente können nicht mehr ihre heilsame Wirkung entfalten und die Menschen sterben.

Andere haben Glück: Trotz später Diagnose bei lebensbedrohlicher Erkrankung an AIDS überleben sie die akute Krise, und durch die Wirkung der HIV-Medikamente erholt sich das Immunsystem. Der von Krankheit zu Tode geschwächte Körper regeneriert sich, verlorenes Körpergewicht baut sich wieder auf, und auch die Kräfte kommen wieder zurück.

Ernst, einer der Botschafter der Welt-AIDS-TAgs-Kampagne 2011, formuliert es so : „Der HIV-Test hat mein Leben gerettet.“

Mehrfach habe ich Menschen wie Ernst in der Begleitung und Beratung von HIV-Positiven erlebt, Menschen, die bis  auf die Knochen abgemagert und mit dem Tod ringend das Vollbild AIDS überlebten – und 12 Monate später wieder ihrer gewohnten Vollzeitarbeit nachgehen konnten. Es grenzt an ein Wunder. Sie sind nur einfach glücklich und  erleben es so: „Ich bin von AIDS gesund geworden. Ich hatte AIDS – aber ich hab’s überlebt – und  jetzt bin ich nur noch HIV-positiv.“

Trotz immer effektiver wirkender Medikamente gelingt diese Erholung aber nicht bei jedem. Bei einigen im Vollbild AIDS Erkrankten bleiben starke gesundheitliche Beeinträchtigungen zurück, die Regeneration bleibt sowohl im Immunsystem als auch in der körperlichen Leistungsfähigkeit unvollständig. Bei einigen ist eine Rückkehr ins Erwerbsleben deshalb nicht mehr möglich. Manche Körper erholen sich von einer AIDS-Vollbild-Erkrankung erstaunlich schnell – andere nur sehr langsam. Individuell ist es sehr unterschiedlich.

Erlebt man selber das Vollbild AIDS bei sehr später Diagnosestellung, kann niemand vorhersagen, wie weit und wie gut die Regeneration gelingen wird. Aber es gibt Grund, Hoffnung zu haben, dass eine alte Fitness wiedererlangt werden kann.

Denn viele haben AIDS überlebt, auch wenn die Medizin diesen Sprachgebrauch nicht gelten lassen will. Das Leben findet nicht in Schubladen statt. Es liegt an uns, was wir draus machen und auf welchen Erfahrungen wir unser Identitätserleben aufbauen. Und für manche ist es einfach so: Sie hatten Aids und sind von Aids wieder gesund geworden, sind nur noch HIV-positiv. Sie hatten AIDS und haben es eben nicht mehr. So einfach ist das.

Sie zu etikettieren mit einem „Das darfst Du so nicht sagen, das stimmt doch nicht“, ist unmenschlich und unwürdig. Jeder Mensch hat das Recht, Glück und Freude zu erleben, auszudrücken und dies auch anderen mitzuteilen.

Das Leben mit HIV hat sich sehr verändert und oft dramatisch verbessert. Auch unser Sprachgebrauch muss sich diesen Veränderungen jetzt anpassen.

Be smart about HIV! Get tested! Today, there are treatment options!

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„Immer noch schmerzvoll“ – schwules Coming out zu Beginn der Aids-Krise

Februar 17, 2011

Im Magazin der Deutschen AIDS-Hilfe: „DAH-Aktuell“, erschien in der Ausgabe September 1993 unter dem Titel „Immer noch schmerzvoll“ ein Beitrag von Martin Dannecker, in dem dieser die Herausforderung beschrieb, trotz der Bedrohung durch AIDS ein schwules Coming-Out zu wagen und zu vollziehen.

Im Jahr 2011, 30 Jahre nach Beginn der AIDS-Geschichtsschreibung, veröffentliche ich mit Einverständnis der DAH diesen Text als historischen Beitrag, der insbesondere zum Verständnis der Biografien heute älterer schwuler Männer beitragen kann.

Immer noch schmerzvoll

Im Gespräch mit Aktuell beschreibt der Frankfurter Sexualwissenschaftler und Psychologe Martin Dannecker den Prozeß des schwulen Coming Outs.

Herr Dannecker, bei deutschen Jugendlichen zwischen zwölf und einundzwanzig Jahren gibt es eine Handvoll von HIV-Infektionen, die auf heterosexuelle Kontakte als Übertragungsweg zurückzuführen sind. Wie würden Sie angesichts dieser statistisch kaum noch meßbaren Bedrohung das große Interesse eines Heeres von Sexualwissenschaftlern und –pädagogen wie auch der Medien an flächendeckenden Aids-Präventionsmaßnahmen für diese Altersgruppe erklären?

Vergegenwärtigen wir uns diese heute fast schon nicht mehr rekonstruierbare Situation Mitte der achtziger Jahre, in der Aids große Hysterie auslöste. Die Standardparole was damals: „Aids geht alle an“. –Und gemeint waren damit ja wirklich alle, also auch die Heterosexuellen; da geriet die „unschuldige“ Gruppe der heterosexuellen Jugendlichen ganz automatisch ins Blickfeld. Dazu kam die falsche Vorstellung, die es seit der sogenannten sexuellen Liberalisierung gibt, dass es die Jugendlichen treiben wie die Schwulen, also bunt und durcheinander. Man wollte sozusagen wiedergutmachen, was diese sexuelle Liberalisierung ihnen „angetan“ hatte. Außerdem hatten einige Sexualpädagogen sicherlich auch das Interesse, Aids zu instrumentalisieren, um ihre schwindende Bedeutung wieder zu stärken.

Wo werden diese Diskurse gemacht und wer hält sie immer wieder am Laufen? Das derzeitige Interesse am Thema ist wohl ein Widerhall auf all die Forschungsvorhaben zur Jugendsexualität, die ja gerade jetzt abgeschlossen und in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Die neue Frage, ob es überhaupt noch notwendig ist, sich solch große Sorgen um die Bedrohung der Jugend durch Aids zu machen, wird noch nicht gestellt. In dieser nicht reflektierten humanen Geste des Beschützen-Wollens zeigt sich auch, dass Jugendliche immer dann zum Objekt des pädagogischen Zugriffs und der Sorge werden, wenn etwas gesellschaftlich als brenzlig und schwierig gilt. Die Erwachsenen sagen damit, dass die diese ganze schlimme Situation für die Jugendlichen schon richten werden. Man traut den Jugendlichen nicht so viele autonome Kräfte zu, dass sie mit entsprechenden Informationen, was Übertragungswege und Risiken anbelangt, allein zurecht kommen können.

Meinrad Koch, der Leiter des Aids-Zentrums im Bundesgesundheitsamt, rechnet nicht damit, dass es in absehbarer Zeit zu einem nennenswerten Anstieg von Neuinfektionen in dieser Gruppe kommen wird, weil heterosexuelle Jugendliche ihre ersten sexuellen Kontakte in der Regel in ihren Cliquen, also mit Gleichaltrigen aufnehmen würden. Unterscheiden sie sich damit von schwulen Jugendlichen?

Ja, es gibt eine Differenz. Ich erinnere mich an einen Jungen, der zu mir kam wegen eines Bundeswehrgutachtens. Er sprach von seiner Beziehung zu einem anderen Jungen, die mir so untypisch vorkam und gleichsam so heterosexuell, dass ich ihm zunächst unterstellte, er erzähle mir ein Märchen. Er hatte sich in der Schule in seinen Klassenkameraden und der sich auch in ihn verliebt. Sie sind dann, ohne dies voneinander zu wissen, zusammen in den Urlaub gefahren. Dort haben sie sich gegenseitig offenbart, zum ersten Mal miteinander geschlafen und waren sich von Stund an drei Jahre lang treu. Es erschein mir deshalb wie ein Märchen, weil es so war wie: Ich geh in den Wald so für mich hin, und nichts zu suchen war mein Sinn – und dann kommt plötzlich doch jemand.

Heterosexuelle Jungendliebe beginnt meistens in der Schule. Da gibt es einen Schulfreund, eine Schulfreundin, da sind die üblichen „peer groups“, die relativ homogen zusammengesetzt sind. Eine solche Gruppe gibt es für den jugendlichen Homosexuellen, der isoliert und allein ist, nicht. Er versucht, seine sexuellen Wünsche zu realisieren, indem er entweder eine Kontaktanzeige aufgibt – das machen sehr viele – oder indem er dort auftaucht, wo Schwule sich treffen; zunächst mal an den Orten, die nicht so dicht sozial strukturiert sind, also im Park, auf der Klappe. Um in schwule Kneipen zu gehen, müsste er seine Homosexualität schon zu einem großen Teil in seine Selbstwahrnehmung integriert haben. Aber wo er auch hingeht, dort sind nicht Gleichaltrige, die miteinander Kontakt haben, sondern es gibt eine höhere Altersdifferenz, die dann sozusagen zur Risikodifferenz wird.

Sie haben die sexuelle Liberalisierung angesprochen. Machen schwule Jugendliche heutzutage noch spezifisch andere Erfahrungen in der Auseinandersetzung mit ihrer Sexualität und ihrer sexuellen Identität als heterosexuelle Jugendliche?

Der große Unterscheid ist, dass die Erfahrungen anders erfahren werden. Es gab die Vorstellung, dass im Zusammenhang mit der sexuellen Liberalisierung und mit der Schwulenbewegung das Erlebnis „Coming Out“ sich sehr stark verändert haben müsste. Ich kann das nicht feststellen, und es wundert mich auch nicht. Wir haben im Grunde dieselben Abläufe, wie wir sie schon vor zwanzig Jahren beschrieben haben.

In der Phase des Entdeckens und des Wahrnehmens, etwas wenn sie beim Onanieren homosexuelle Phantasien haben, reagieren schwule Jugendliche immer noch mit Abwehr. Das wird noch nicht als so konflikthaft erlebt, weil sie denken, dies sei eine vorübergehende Erscheinung. Wenn sich dann aber partout keine heterosexuellen Wünsche einstellen wollen oder wenn heterosexuelle Kontakte nicht zur Befriedigung der Sehnsüchte führen, wenn die eigene Homosexualität manifester und deutlicher wird, kommt es häufig zu Krisensituationen. Das alles findet nach wie vor in großer Isolation statt.

Ich kenne junge Homosexuelle, die ihren Eltern nicht sagen können und wollen, dass sie schwul sind, weil sie Angst haben, sie würden fallengelassen werden, obwohl sie eindeutig und sicher wissen, dass die Eltern nicht negativ auf ihre Homosexualität reagieren würden. – Das mögen Extremfälle sein, die aber etwas über die Normalität und das normale Coming Out aussagen. Sie wissen es aus Äußerungen, die wissen es, weil es einen homosexuellen Freund in der Familie gibt, und sie können es nicht, weil sie große Angst vor Liebesverlust haben.

Gut, das ist erklärungsbedürftig. Das hat zu tun mit einer diffusen bis negativen Reaktion auf die dem Coming Out vorausgehende Äußerung der Homosexualität. Homosexuell wird man ja nicht erst mit dem Coming Out, schwule Phantasien gibt es schon längst vorher. Und es gibt offensichtlich auch in vielen Fällen eine wahrnehmbare Differenz zwischen dem homosexuellen und dem nichthomosexuellen Kind. Gerade mit den Vätern kommt es zu Konflikten, wenn sie ihre  noch nicht manifest homosexuellen Söhne als zu wenig aggressiv, nicht männlich, sportlich oder praktisch genug erleben. So nimmt der Jugendliche, ohne dass er selber schon weiß, dass er schwul ist, die Diskriminierung von Verhaltensweisen wahr, die zu seiner Homosexualität gehören.

Sicherlich ist das Coming Out heute ein bisschen kürzer geworden, vielleicht fängt es auch ein bisschen früher an, aber es ist nicht konfliktlos geworden und wird immer noch als schmerzlicher Prozeß erlebt. Wenn der Jugendliche zum ersten Mal bereit ist, darüber zu sprechen, sei es mit Freunden, die nicht homosexuell sind, sei es mit den Eltern, dann mag es heute sehr wohl viel häufiger verständnisvollere Reaktionen als noch vor zwanzig Jahren geben – nur: Er muss sich erstmal trauen.

Was bedeutet es für das Coming Out, wenn junge Schwule ihre ersten Kontakte außerhalb ihrer gewohnten Zusammenhänge und an Orten, die ihnen fremd sind, herstellen müssen?

In dem Prozeß der Identitätsbildung sind die außerordentlich stark auf sich selbst gestellt, es gibt kaum Stützen und Hilfen. Ein Beispiel: Als die jüdische Schriftstellerin Hannah Arendt eingeschult wurde, sagte ihre sehr emanzipierte Mutter, wenn ihre Mitschüler sie peinigen würden, weil sie Jüdin sei, käme sie sofort und würde für Abhilfe sorgen. Hannah Arendt konnte sich also mit etwas Gemeinsamen identifizieren: mit ihrer jüdischen Familie. Homosexuell zu werden heißt dagegen, aus der Struktur dieser Familie herauszufallen, die eben nicht homosexuell, sondern heterosexuell ist. Das bedeutet eine frühe Isolation, in die das Fremdartige der Homosexualität so verwirrend einbricht, dass für ein strategisches, „vernünftiges“ Verhalten kaum Raum bleibt – also etwa auf die Beachtung von Safer Sex Regeln. Vom Jugendlichen dies in einer Situation zu verlangen, in der er noch nicht mal genau weiß, wer er ist und was er will, wäre wirklich eine kühne Erwartung an Rationalität.

Auf der einen Seite ist es das Unglück der Homosexuellen, dass sie so plötzlich herausfallen aus diesem elterlichen Verband, auf der anderen Seite kann es auch ihr Glück sein, autonom zu werden und aus diesen elterlichen Einhüllungen und Einseifungen herauszukommen.

Ein heterosexueller Jugendlicher kann mit seinen Freunden, in seiner Gruppe über Sexualität reden; wenn er Glück hat, auch in der Schule, im Elternhaus oder im Konfirmationsunterricht. Selbst in einem aufgeklärten Sexualkundeunterricht, der Homosexualität in akzeptierender Weise behandelt, wagen es schwule Jugendliche dagegen kaum, sich an den Diskussionen zu beteiligen, um eine Situation von vorneherein zu vermeiden, in der sie sich offenbaren müßten. Wohin wenden sich Jugendliche, die schwul werden, wenn sie mit anderen reden wollen?

Am besten an andere Schwule. Deshalb ist es ja auch eine weise politische Entscheidung, schwule Jugendläden oder Coming-Out-Gruppen zu gründen. Mit anderen Jungen, die ähnliche Probleme haben, kann eine Kommunikation darüber stattfinden, wie man Sexualität und Liebeswünsche in sein Leben integriert. Ein Gespräch mit den Eltern oder Freunden, mögen sie auch noch so verständnisvoll sein, kann eine Auseinandersetzung mit anderen Schwulen nicht ersetzen. Ein heterosexueller Freund kann die Sorgen nicht teilen, er hat ganz andere. Wenn er beispielsweise sagt, ich habe ja auch Schwierigkeiten mit meiner Sexualität. So leicht ist es ja auch nicht, eine Freundin zu kriegen, dann fühlt sich ein schwuler Jugendlicher ganz schnell missverstanden – zu recht. Es ist gar nicht die Frage, wie man einen Freund kriegt oder was man gegen sexuelle Schwierigkeiten unternimmt. Die zentrale Frage ist, wie man seine Homosexualität in der Welt und in sich selbst verankert.

An welchem Punkt während des Coming Out beginnen Jugendliche, sich mit Aids auseinanderzusetzen?

Das ist einen gute Frage – ich weiß es nur nicht. Zu mir kommen viele Jugendliche wegen dieser schon erwähnten Bundeswehrgutachten; ihre Aussagen sind für mich deshalb so wichtig, weil es sich bei ihnen nicht um „Patienten“ handelt. Von sich aus spricht davon nur eine Minderheit Aids als Konfliktpunkt an. Wenn ich nachfrage, bekomme ich zu hören, ja, das habe man sich auch schon „irgendwie“ bewusst gemacht. Häufig stecken aber die Eltern dahinter, die mit großer Sorge auf die Homosexualität reagieren und die Infektionsgefahr thematisieren.

Bemerkenswert ist, dass diejenigen, die von sich aus Aids als etwas ansprechen, was ihr Schwulwerden oder ihren Umgang mit homosexuellen Triebwünschen oder der Sexualität erschwert hat, ganz offensichtlich einen neurotischen Konflikt mit ihrer Homosexualität haben. Da spielt Aids dann eine ganz bedeutende Rolle und macht das Coming Out ungeheuer schwierig bis hin zu der Vorstellung, es wird aussichtslos: Wenn ich mir meine schwulen Wünsche gönnen würde, dann riskiere ich mich ja vielleicht so sehr, dass ich mich buchstäblich und wirklich vernichte.

Haben Sie auch Jugendliche erlebt, denen es von vorneherein gelingt, Safer Sex zu praktizieren zu können, ohne nennenswerte Abstriche an den eigenen Wünschen zu machen? Einige sagen ja, sie kennen Sexualität von vornherein nur mit Kondom, sie hätten damit kein Problem.

Safer Sex ist ebenso wenig selbstverständlich wie Sexualität überhaupt, zumal für schwule Jugendliche. Ein Junge, der über längere Zeit zu mir kam, sagte auch, er habe keine Schwierigkeiten mit Safer Sex. Dann hat er sich verliebt und sich gemeinsam mit seinem Freund testen lassen, damit sie aufs Kondom verzichten können – sprich: Es ist doch ein Problem. Wer schon im Coming Out mit der normativen Erwartung konfrontiert wurde, dass bei bestimmten sexuellen Kontakten ein Kondom dazugehört, dem mag die Benutzung zwar leichter fallen, aber bei den Konflikten dahinter gibt es zwischen Erwachsenen und Jugendlichen keinen große Unterschied. Da gibt es die ganze Bandbreite: Schwule, die das Kondom erotisch besetzen können, die das toll finden, auch in ihrer Phantasie; andere, die sich damit sehr geschützt fühlen, ihr Penis bleibt unverletzt und verursacht keine Verletzungen – ein Schutzgefühl, das weit über das hinausgeht, was Infektionen mit HIV anbetrifft.

Safer Sex funktioniert bei einem eher instrumentellen sexuellen Verhalten außerhalb von Beziehungen relativ gut. Bei einem eher expressiv-emotionalen Verhalten innerhalb von Beziehungen, wo es Phantasien von Liebe und Vertrauen und Verschmelzen gibt, da klappt es sehr viel schlechter.

Ist ein Jugendlicher, der sich selbst noch nicht als schwul begreift, aber schon sexuelle Kontakte mit Männern hat, in der Lage, sich zu schützen?

In bestimmten Konfliktsituationen auf Schutz zu bestehen, würde ja heißen, sich eine Gefährdung durch einen homosexuellen Kontakt einzugestehen. Man kann im Coming Out während einer langen Phase Sex mit anderen Männern haben, ohne das als schwule Kontakte wahrzunehmen. Wenn der Jugendliche noch keine schwule Identität hat, ist es schwer, dieses symbolisch so deutlich mit Aids beladene Kondom einzusetzen. Da ist es leichter, hochriskante Kontakte zu verweigern, etwa, dass man anal penetriert wird.

Es gibt allerdings auch Beispiele dafür, dass der erste riskante Sexualkontakt den Umschlagpunkt zum Eingeständnis der eigenen Homosexualität bildet. Wenn der Jugendliche mehr will als diese pubertären Spielereien mit Gleichaltrigen, wenn er seine Phantasien umsetzen will in die Realität, kann es geschehen, dass er sich auf ein Risiko einlässt, weil es auch bedeutet, jetzt den Schritt zu einem richtig schwulen Kontakt geschafft zu haben. Ich habe einem jungen Mann, der sich tatsächlich bei seinem ersten schwulen Sex infiziert hat, die naive und blödsinnige Frage gestellt, warum er sich denn nicht geschützt habe. Er hat völlig adäquat geantwortet: ihm sei alles andere durch den Kopf gegangen, er sei so verwirrt gewesen, dass er beim besten Willen daran nicht habe denken können.

Viele Sexualpädagogen vertreten ja immer wieder, dass das entscheidende kommunikative Mittel auch in der sexuellen Auseinandersetzung die Sprache sei. Sie stärken Jugendliche darin, mit dem Partner über ihre sexuellen Wünsche und Schwierigkeiten zu reden. Ich glaube nicht, dass das funktionieren kann. Die entscheidende Kommunikation in der Sexualität verläuft ohne Worte, durch Sensibilität für die körperlichen Reaktionen, durch blicke. Wir alle setzen Sprache erst dann ein, wenn die Sexualität wirklich so konflikthaft geworden ist, dass metasprachliche Mittel und körperliche Codes nicht mehr durchsetzungsfähig sind – wenn also nichts anderes mehr hilft.

Was kann die Aids-Hilfe dazu beitragen, dass junge Schwule den Prozeß des Coming Out durchleben, ohne sich zu infizieren?

Sie muß ihre politische Kraft, ihre Bedeutung einsetzen, dass Homosexualität als ein selbstverständliches Feld der Sexualität gezeigt wird, ohne dass moralisiert wird. Das kann im Sexualkundeunterricht, in Kino- oder Fernseh-Spots, auf Plakaten und in Broschüre geschehen. Nur: Es wäre für bestimmte Gruppen eher kontraproduktiv, wenn die Aids-Hilfe das selbst tut. Sie wird mit Recht als homosexuelle Organisation betrachtet. In ihren Broschüren propagiert sie ja ungebrochen das freie und lustvolle Ausleben schwuler Sexualität. Das ist auch gut so, das sind ihre Meriten, das verschafft ihr großes Vertrauen bei Schwulen. Jugendliche allerdings, die der Homosexualität noch ambivalent gegenüber stehen, werden diese Ambivalenz natürlich auch der Aids-Hilfe gegenüber empfinden. Wer noch nicht für  sich akzeptieren kann, schwul zu sein, wird einen Bogen um Institutionen machen, die so schwul sind wie die Aids-Hilfe. Das werden einige in den Aids-Hilfen nicht gern hören, weil sie sich für alles zuständig fühlen, was mit Homosexualität zu tun hat.

Herr Dannecker, vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellten Sönke Müller und Jürgen Neumann.


Rückblick mit Stolz und Selbstbewusstsein – Torsten zu 25 Jahre Aids-Arbeit in Köln

Dezember 12, 2010

Torsten Bless, Chefredakteur des Magazins rik, erinnert sich im Editorial 12/2010 daran, wie der Umgang mit HIV seine Biografie prägte, wie er in Köln zusammen mit anderen anpackte und darin Gemeinschafts- und Grenzerfahrungen erlebte :

Stolze Geschichte

Eine wilde Zeit des Austobens war mir nicht vergönnt. Schon kurz nach meinem Coming-out 1983 bekam ich es mit den ersten Schreckensnachrichten über Aids zu tun. Vielleicht zum Glück, denn so konnte ich mein Sexverhalten schnell den neuen Umständen anpassen.

Später, als sich die Erkrankungen und Todesfälle häuften, wollte ich „etwas tun“. Zwar hatte ich erst als Zivi, dann als Aushilfe im Altenheim gearbeitet, doch das bereitete mich höchstens technisch auf meinen nächsten Studi-Job vor. Beim gerade eröffneten ambulanten Dienst der Schwulen Initiative für Pflege und Soziales stieg ich im April 1991 als Betreuer und Haushaltshelfer ein – und hätte beinahe zwei Monate später wieder das Handtuch geschmissen, als mir ein früherer Beziehungsversuch bei der Teamsitzung als neuer Patient vorgestellt wurde. In den dreieinhalb Jahren dort sollte ich noch öfter an meine Grenzen geraten, wenn ich hautnah mitbekam, wie zum Teil langjährige Partnerschaften durch den Tod auseinandergerissen wurden. Oder sich das Virus in den Hirnen meiner Patienten so festsetzte, dass sie die Kontrolle über sich und ihre Handlungen verloren. Oder auch wenn die Temperamente etwa zwischen mir Mittelklasse-Schwulen und einer in vielen Lebensstürmen erprobten Ex-Drogengebraucherin so gar nicht zusammenpassen wollten. Viele waren nicht automatisch dankbar, dass wir für sie da waren, sondern wütend – auf das Virus, das sie zur Pflegebedürftigkeit verdammte, auf Freunde, die sich im Stich ließen, und auch auf sich selbst.

Im Februar 1995 stieg ich für zweieinhalb Jahre bei der Aidshilfe Köln in die „Prävention in schwulen Lebenszusammenhängen“ ein, bekam dabei direkt mit so spannenden Aufgaben wie der Organisation von Seminaren für Ledermänner oder Gehörlose zu tun. Als Streetworker war ich an festen Abenden in der Szene, doch auch wenn ich nicht mit dem großen Regenbogenbutton in der Kneipe hockte, suchten Männer meinen Rat, darunter auch solche, mit denen ich am liebsten alles mögliche andere gemacht hätte.

25 Jahre Aidshilfe zu feiern, fällt politisch korrekt denkenden Mitmenschen schwer, schließlich sind viel zu viele an den Folgen der Immunschwäche gestorben. Doch damals nahmen Menschen, die sich und ihre Gemeinschaft bedroht gesehen haben, selbst das Heft in die Hand. Aids hat unter Schwulen (und Lesben), im Gesundheitswesen, in der Politik Energien freigesetzt, die letztlich zu einer sichtbareren und stolzen Community geführt haben.

Allen Härten oder Differenzen zum Trotz bin ich dankbar für das, für die Erfahrungen, die ich in „meinen“ sechseinhalb Jahren in der Aidsarbeit sammeln durfte, für die Begegnungen mit zum Teil tollen und engagierten Menschen, die ich sonst vielleicht nie kennen gelernt hätte. Und stolz darauf, zu dieser Geschichte zu gehören.

Herzlichen Dank an Torsten für das Einverständnis, seinen Beitrag hier in den  Blog zu übernehmen.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Aidshilfe Köln kommen in der Dezember-Ausgabe der rik 3 weitere schwule Männer als Zeitzeugen zu Wort: Michael Zgonjanin (S.12) , Gerhard Malcherek (S.13) und Michael Schumacher (S.14)


Respekt für den 21-jährigen HIV-positiven Marcel

Dezember 1, 2010

Seit bald einem Jahr kenne ich Marcel, der sich im Alter von 20 Jahren mit HIV infizierte und sich wenige Monate später im November 2009 mit HIV outete. Marcel zeigt, dass man mit HIV auch offen und ohne sich zu verstecken leben kann.

Diesen Blogbeitrag zu meinen 21. Welt-AIDS-Tag in diesem Jahr 2010 – wo sich u.a. meine eigene HIV-Diagnose zum 20. Mal jährte – widme ich Marcel stellvertretend für alle jungen HIV-Positiven – und poste dieses dbna-Videointerview mit Marcel.

Für dbna hat Marcel jetzt ein Interview gegeben, in dem er unter anderem gefragt wird:

Was hat dich dazu bewogen, dein Blog zu starten?

Marcel: Ich habe selbst im Internet nach Informationen zum Thema gesucht. Da stößt man dann beispielsweise auf die Seiten der Deutschen Aidshilfe. Das ist aber alles sehr theoretisch. Dann gibt es ein, zwei Blogs von Betroffenen, die sind aber schon über 40 Jahre alt. Ich finde es gut, dass sie das machen. Aber ich kann mich selbst damit nicht identifizieren. Ich hab nie was von oder über junge Leute gefunden. Das wollte ich ändern. Ich merke natürlich, dass ganz viele junge Leute über YouTube oder das Blog auf mich stoßen und sich dafür interessieren. Das wäre vielleicht nicht der Fall, wenn es niemanden wie mich geben würde.

Respekt und Kompliment für Marcel.

Viel Glück mit allem, was Du tust!


Langzeitpositive und schwule Senioren sind Zeitzeugen vom Leben mit HIV

März 8, 2010

Vortrag von Blogautor Michael Jähme auf den Münchner-AIDS-Tagen am 6.März 2010 im Rahmen des Seminars „Ältere MSM – Erfahrung zählt (nicht?)!“

Zeitzeugen vom Leben mit HIV – Lanzeitpositive und schwule Senioren haben eine Geschichte mit HIV, sind Geschichte mit HIV und verkörpern Geschichte mit HIV.

1. Einführung

Seit dem Herbst 2007, besonders aber seit dem Jahr 2008, hat die Tatsache, dass immer mehr Menschen mit HIV ein Lebensalter von 50 Jahren und mehr erreichen, die Aufmerksamkeit von Medizinern und Öffentlichkeit erreicht. Das Älter-Werden mit HIV passierte schon immer, aber erst, als Mediziner verkündeten, dass auch mit einer HIV-Infektion eine (fast) normale Lebenserwartung zu erreichen ist, wuchs auch das öffentliche Bewusstsein dafür, dass Langzeitpositive in die Jahre kommen. HIV-Mediziner haben dabei das Lebensalter von 50 definiert als die Marke, ab der man als „alt“ gilt.

Nachdem im Jahr 2006 in den USA die viel beachteten Ergebnisse der ROAH-Studie (Research on Older Adults living with HIV) bekannt wurden, startete im 3. Quartal 2008 unter Führung der DAGNÄ auch in Deutschland die auf 2 Jahre angelegte Studie 50/2010 zur Gesundheit von HIV/AIDS-Patienten, die älter als 50 Jahre sind.

Professor Jürgen Rockstroh prognostizierte unlängst auf der 12. Europäischen Aids-Konferenz in Köln, dass im Jahr 2015 bereits jeder zweite HIV-Infizierte über 50 Jahre alt sein wird.

Diese Entwicklung deckt sich mit meinen Beobachtungen in der AIDS-Hilfe Wuppertal. 27% der HIV-Positiven, die zu uns in Kontakt stehen, sind derzeit älter als 50 Jahre. Und 14 % der Menschen mit HIV im Kontakt mit der AIDS-Hilfe Wuppertal leben länger als 20 Jahre mit ihrer HIV-Diagnose. Einige davon haben schon 1983/84 ihre HIV-Diagnose bekommen.

Als ich im Jahr 1990 meine HIV-Diagnose bekam, galt jemand, der länger als 5 Jahre von seiner HIV-Diagnose wusste, als Langzeitpositiver, für den es auf Positiventreffen eigene Workshops gab. Heute ist es dagegen nicht mehr ungewöhnlich, 20 Jahre und länger um seine HIV-Infektion zu wissen.

Im gleichen Zeitraum gab es einen rasanten therapeutischen Fortschritt: Über die Behandelbarkeit erst der opportunistischen Infektionen in den 80ern, dann direkt der  HIV-Infektion mit antiretroviralen Medikamenten und ab 1996 mit der kombinierten HAART ist es gelungen, nicht nur Lebenszeit zurückzugewinnen, sondern auch die Infektiosität effektiv und nachhaltig unter Kontrolle zu bringen. Bei rechtzeitiger Diagnose und kompetenter ärztlicher Begleitung ist das Vollbild AIDS heute eine weitgehend vermeidbare Folge der HIV-Infektion. Menschen mit HIV können heute länger leben, länger gesund bleiben und durch die effektiv verminderte Infektiosität auch Sexualität wieder weitgehend normal leben.

Menschen mit HIV und AIDS erlebten diese Veränderungen am eigenen Leib. Die Vorannahme des mit der HIV-Diagnose angekündigten frühen Todes musste viele Male den veränderten therapeutischen Möglichkeiten angepasst werden. Das bedeutet, dass es für Menschen mit HIV erforderlich war und ist, ihre individuellen Lebenskonzepte und Selbstbilder zu verändern und stetig den sich wandelnden Realitäten anzupassen.

Die gesellschaftliche Einstellung zu HIV ist dagegen bemerkenswert renitent und vollzieht die von den HIV-Positiven selbstverständlich zu leistenden Anpassungen nicht. Tagtäglich erleben Menschen mit HIV, dass sie immer noch als „todgeweiht“ und „gefährlich“ angesehen werden. Der Mythos AIDS scheint ungebrochen.

Dabei wird er nicht nur von der Allgemeinbevölkerung und den Medien, sondern auch von AIDS-Fachkräften, Ärzten und auch von einigen HIV-Positiven selber fleißig kultiviert, die meinen, damit effektiv zur Verhinderung von Neuinfektionen beizutragen. Wer den therapeutischen Fortschritt verdrängt und verschweigt, chronifiziert damit aber gleichzeitig die Stigmatisierung und Diskriminierung von Menschen mit HIV und Aids.

Für Langzeitpositive ist es unerträglich, dass eine bessere Behandelbarkeit ihrer Krankheit nicht freudig begrüßt wird, sondern in der Regel als Gefahr für die Primärprävention medial kommentiert wird. Wie keine andere chronische Krankheit wird HIV auch heute immer noch meist vom Ende her gedacht, nämlich vom Tod her.

2. Schwul sein und alt werden mit HIV

Wer heute älter als 40 oder 50 Jahre ist und von Jugend an schwul lebt, hat – unabhängig davon, ob selber HIV-positiv oder nicht – vielfach HIV-typische Spuren in seiner Biografie aufzuweisen – und bei vielen sind es schmerzvolle Narben und Wunden, herrührend von Verlusten, Abwertungen und Entwertungen, Kontaktabbrüchen und Zurückweisungen.

Dazu die Schilderung einer Begebenheit:

Im September 2009 hielt ich vor einer Gruppe meist älterer schwuler Männer einen Vortrag über das Älter-Werden mit HIV und über die heute wieder langen Lebensperspektiven und sprach aber auch die Traumatisierungen an, die viele in den zurückliegenden Jahren erlebt haben oder miterleben mussten.

Im Anschluss entwickelte sich ein Gespräch mit einem knapp 60-jährigen Mann. Meine Worte hatten alte Erinnerungen in ihm wachgerufen.

Zunehmend emotionaler und mit den Tränen ringend – berichtete er von einem Erlebnis aus der Mitte der 80er Jahre: Die Familie eines Freundes rief ihn an und sagte, ihr kranker Sohn hätte immer wieder seinen Namen gerufen und gewünscht, ihn zu sehen. Diesen Freund hatte der Mann einige Zeit nicht gesehen. Der Freund war inzwischen schwer krank und hatte mit HIV im Vollbild AIDS diagnostiziert eine Zeit im Krankenhaus verbracht. Auf eigenen Wunsch war er zum Sterben aus dem Krankenhaus entlassen worden. Die Eltern hatten ihn in ihre Wohnung aufgenommen. Aber alle Familienangehörigen hatten derart panische Angst, sich mit HIV anzustecken, dass keiner sich traute, den schwerkranken sterbenden Sohn und Bruder, wirklich zu versorgen. Keiner traute sich, das Krankenzimmer zu betreten. Sie warteten quasi, dass er sterben würde.

In seiner Not rief der Kranke immer wieder den Namen dieses Mannes. Die Familie hörte das und rätselte, wen er meinen könne. Irgendwie machten die Familienangehörigen ihn ausfindig. Als er den Anruf bekam, brach der Mann sofort zu einem Besuch auf. In der Wohung angekommen, musste er feststellen, dass seinem Freund von der Tür aus mit einem Besen auf einem Tablett Essen und Trinken ans Bett geschoben worden war. Keiner traute sich zu ihm hin. Der Freund war völlig geschwächt, dehydriert und hygienisch verkommen. Inzwischen war er auch zu schwach geworden, sich die Sachen vom Tablett zu nehmen oder zur Toilette zu gehen. Der jetzt knapp 60-jährige erinnert sich, wie er sofort zu seinem sterbenden Freund trat, ihn versorgte und zu trinken gab und wie dieser dann gestorben ist.

Das Leiden seines Freundes, sein Verlassen-Sein im Sterben, dieses Leid ist in seinem Bewusstsein immer noch stark und lebendig. „Mit wem kannst Du denn über diese Erlebnisse sprechen?“, fragte ich den bald 60-Jährigen. „Ach, das interessiert doch keinen! Da fragt doch keiner nach, das will doch keiner hören!“, winkte er ab.

Ich stelle die Frage: Warum interessiert dies keinen? Warum will dies keiner wissen? Und wenn die Lebenserfahrungen von alten Schwulen und Langzeitpositiven heute eine öffentliche Beachtung bekommen, dann steht auch dies meist subtil im Dienst der Primärprävention: Seht, wie schlimm HIV sein kann! Passt auf, dass euch dieses Schicksal nicht auch ereilt. Schützt euch!

Ich spüre noch kein ehrliches und direktes Interesse an den Lebenserfahrungen der Generation schwuler Männer, die die volle Wucht der AIDS-Krise erlebt, miterlebt und durchlebt haben. Ein ehrliches Interesse an ihren Lebenserfahrungen wäre heilsam und würde ihre Lebensleistung anerkennen, würdigen und wertschätzen.

Zum Welt-AIDS-Tag wird an vielen Orten an die an AIDS Verstorbenen erinnert. Die Langzeitpositiven und die Zugehörigen stehen dabei im Schatten der Verstorbenen. Ihre Tragödie wird immer noch übersehen. Sie findet still statt, nämlich in den Praxen von Psychotherapeuten und Psychologen, wo nämlich die Traumata Gehör finden, wo Interesse und Anteilnahme erfahren wird.

Der Mensch besteht nämlich nicht nur aus dem älter werdenden Körper, dessen Komorbiditäten und möglichen Alterskomplikationen die Mediziner fast ausschließlich betrachten. Die psychischen und psychosozialen Dimensionen des Älter-Werden mit HIV sind noch weitgehend unerforscht und fachlich wenig aufgearbeitet.

Im Älter-Werden möchte ich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch gesund bleiben und Lebensqualität erfahren. Zum Älter-Werden gehört auch, einen Lebensrückblick zu halten und dem Erlebten Sinn und Bedeutung zu geben. Für ein Selbstbewusst-alt-werden ist es sehr bedeutsam, anderen von seinen Erlebnissen und Erfahrungen mitzuteilen und bekräftigen zu können: „Ja, so war es!“

Warum bleibt dieser knapp 60-jährige Mann, von dem ich vorhin sprach, so alleine mit seinen Erlebnissen? Vielleicht, weil sie kaum auszuhalten sind, weil sie so emotional sind, weil man als Zuhörer hilflos ist angesichts seines erlebten Leides.

Aber genau darum geht es: Diese Erlebnisse mit ihm zusammen auszuhalten, sie mit anzuhören und mit auszuhalten, damit er sagen kann: „Ja, so war es und es war schlimm.“

Auch unter HIV-Positiven, unter älteren Schwulen, ist das Interesse an diesen belastenden und schmerzhaften, aber sich tief in die Seele eingeprägten Erlebnissen nicht selbstverständlich anzutreffen. Es rührt zu sehr an die eigenen Erlebnisse – und die angestrengt beherrschten eigenen Emotionen.

Und wir finden uns wieder in einer Irritation: Wir freuen uns über unser Leben, darüber, dass wir unser Leben nicht an HIV verloren haben sondern heute wieder einen weiten Lebenshorizont haben. Gleichzeitig lassen uns aber unsere Erlebnisse nicht los. Lebensfreude und Trauer über erlebtes Leid existieren Tür an Tür. Und mal springt die eine Tür auf, mal die andere. Gesund bleibt, wer den Wechsel zulässt, wer die eigene Emotionalität nicht unterdrückt.

Mein Anliegen ist es, dass wir einen angemessenen Umgang finden, unsere Geschichte zu erzählen, weder dramatisierend noch beschwichtigend.

Hierzu ein Vergleich: Auch nach dem 2. Weltkrieg war es schwer, Worte für das Erlebte zu finden. In den 50er und 60er Jahren schaute man nach vorne, es herrschte Aufbruchstimmung, es ging voran und es ging aufwärts. Nach dem Schrecken des Krieges sollte wieder Freude da sein dürfen. Das erlebte Leid wurde verdrängt.

Unsere Gesellschaft hat die Erfahrung gemacht, dass man belastende und traumatisierende Erlebnisse mit Schweigen und Verschweigen nicht bewältigen kann. Das Erlebte muss ausgesprochen, anerkannt und gewürdigt werden als prägender Teil der eigenen Lebensgeschichte.

Für schwule Männer geht es darüber hinaus aber auch um ihre kollektive Geschichte. Mich befremdete es sehr, dass weder Kanzlerin Merkel, noch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt, noch die Direktorin der BZgA Elisabeth Pott in ihren Grußworten zum 25-jährigen Bestehen der DAH die kollektive Lebensleistung schwuler Männer explizit benannten. Und auch in der Rede von Kanzlerin Merkel beim Welt-Aids-Tag-Empfang der DAH am 13.11.2008 blieb die dezidierte Anerkennung der kollektiven Lebensleistung schwuler Männer in der Aids-Krise aus. Die Lebensleistung dieser Generation wird zwar gesehen, und das wird auch zu verstehen gegeben, aber sie wird nicht klar und eindeutig benannt.

Schwule werden weit mehr als Verursacher und Motor der HIV-Epidemie dargestellt, als dass ihre – unsere – Leistung zur Bewältigung der Aids-Krise öffentlich gewürdigt und anerkannt wird. Auch diese Form der Homophobie ist traumatisierend und stigmatisierend.

Mit den Jahren und Lebensjahren sind wir schwulen Senioren und Langzeitpositiven zu Zeitzeugen geworden. Wir sind Augenzeugen und Zeitzeugen der Zeit ohne HIV-Therapie, einem Zeitabschnitt, der definitiv Vergangenheit ist. Das gibt unserem Leben als schwule Senioren einen besonderen Wert.

„Zeitzeuge“ ist dabei eher ein Begriff, der von außen an einen Menschen herangetragen wird, wenn man etwas gesellschaftlich Bedeutsames erlebt hat, das zu hören und zu bewahren sich lohnt und erstrebenswert ist. Singuläre persönliche Erlebnisse und singuläre Zeugenschaft alleine vermag aber nie, die Wirklichkeit von früher in ihrer ganzen Breite zu vermitteln. Jeder hat immer nur eine Facette, einen Ausschnitt der vergangenen Realität erlebt. Erst die Berichte einer größeren Zahl von Zeitzeugen ergeben ein immer umfassenderes und vollständigeres Bild von dem, was damals geschah und wie Menschen dies erlebt haben.

Dafür braucht es aber kollektives Interesse und kollektive Zuwendung zu den Menschen, die Zeitzeugen geworden sind. Und sei es zunächst erst einmal das Interesse des schwulen Kollektivs und der Langzeitpositiven untereinander.

Es ist überfällig, diese Kulturarbeit systematisch zu beginnen – und sie hätte auch als positiven Effekt einen therapeutischen Einfluss für die durch HIV-Erlebnisse belasteten und traumatisierten schwulen Senioren. Wir werden alt und wir werden einmal altersbedingt sterben. Es bleibt keine Zeit mehr zu warten. Unsere Geschichte und unsere Geschichten müssen jetzt dokumentiert werden. Solange wir noch leben!

Ich bin stolz auf das, was schwule Männer vor mir an Pionierarbeit in der Aids-Krise geleistet haben. Ich bin stolz darauf, 20 Jahre mit HIV zu leben und aller Stigmatisierung und Diskriminierung getrotzt zu haben, psychisch stark geblieben zu sein. Ich weiss aber auch, wie anstrengend es ist und wie müde es macht, ständig diesem Gegenwind Widerstand zu leisten.

3. Fazit

Es ist an der Zeit, dass schwule Senioren, mit HIV und ohne HIV, als Zeitzeugen angesehen und anerkannt werden und sich auch selber als solche begreifen. Es muss ein unterstützend-förderliches soziales Klima entstehen, damit sie von ihren Erlebnissen wahrhaftig berichten können und ebenso wahrhaftiges Interesse an ihrer Lebensgeschichte erfahren. Derzeit bereits vorhandene Zeitzeugenberichte sind nur vereinzelt und weit gestreut in verschiedenen Publikationen zu finden und schwer aufzuspüren.

Zeitzeugenschaft vom Leben mit HIV muss daher als systematische Kulturarbeit gefördert und betrieben werden. Der deutsche Weg in der AIDS-Krise gilt weltweit als vorbildliches Modell für niedrige Neuinfektionszahlen und wirksame Unterstützungsstrukturen für Menschen mit HIV. Schwule Männer traf die AIDS-Krise mit voller Wucht. Langzeitpositive und schwule Senioren können mit ihren Lebengeschichten Auskunft geben über das schwierige Leben jener Zeit, als eine HIV-Diagnose noch den angekündigten Tod bedeutete und das Sterben vieler Freunde und Bekannte den Lebensalltag prägte. Diejenigen, die diese Epoche miterlebt haben, tragen häufig unbewusst wirkende Spuren dieser Vergangenheit in sich. Für ein seelisch gesundes Alt-Werden ist es förderlich, wenn verdrängte belastende und traumatisierende Erlebnisse in einem von Verständnis und Interesse geprägten sozialen Klima zur Sprache kommen können.

Wir müssen erkennen: Wir haben eine Geschichte mit HIV, wir sind Geschichte mit HIV und wir verkörpern Geschichte mit HIV.

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Empfehlenswerte themenverwandte Literatur:

„Langzeitpositive – Aspekte des longterm Survival“, DAH AIDS-Forum Band XX,  Hrsg.: Peter Wiesner, November 1995

Wurzeln und Flügel – Zur Psychologie von Erinnerung und Sehnsucht, Vortrag von Verena Kast, in: „Sehnsucht und Erinnerung – Leitmotive zu neuen Lebenswelten“, Hrsg.: Christina Neuen, Walter-Verlag 2006

25+ – 25 jaar hiv en aids in de Nederlandse homoscene“, Hrsg.: Poz&Proud zusammen mit HIV Vereniging Nederland (HVN), 2007, (in niederländischer Sprache)

Oud worden met HIV – Gezondheid en Ziekte van oudere HIV-Patienten: Een Inventarisatie, Hrsg.: Amsterdam Aids Fond, 2009, (in niederländischer Sprache)

Die dunklen Schatten der Vergangenheit – Ältere Menschen in Beratung, Psychotherapie, Seelsorge und Pflege, Hartmut Radebold, Klett-Cotta, 2005

Homosexualität und Alter – Informationen für Beschäftigte in der Altenpflege, Hrsg.: Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, Dezember 2009

Frankfurter Resolution zur Verbesserung der Lebens- und Pflegesituation von gleichgeschlechtlich liebenden, HIV-infizierten und transsexuellen Seniorinnen und Senioren, 11.07.2009

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Linksammlungen von ausgewählten deutsch- und englischsprachigen Publikationen zum Thema:

Älter werden mit HIV – Publikationen 2009

HIV und Alter – Publikationen bis 12 / 2008

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In Memoriam“ – Zur Erinnerung an unsere FreundInnen, Liebhaber und KollegInnen, die an den Folgen von Aids verstorben sind.

Wikipedia: alphabetical list of people who are known to have been infected with HIV




Wie entwickelt sich Aidshilfe in den nächsten 25 Jahren?

Januar 31, 2010

… unter anderem diese Frage stellt die AIDS-Hilfe NRW mir und anderen Menschen, die sich in und für Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen in der Prävention, Beratung und Begleitung, in der Vernetzung und Organisation des Landesverbands oder im Interesse von Menschen mit HIV und Aids eingesetzt haben.

Hier nun meine Vision, wie Aidshilfe sich in den nächsten 25 Jahren entwickeln wird:

  • HIV wird immer mehr zu einer chronischen Erkrankung. Die Behandelbarkeit wird sich weiter verbessern, die Lebensqualität für Menschen mit HIV wird steigen – und sie werden über viele Jahre ihres Lebens weniger auf die Aidshilfe mit ihren klassischen Angeboten angewiesen sein.
  • Aidshilfe muss den Generationenwechsel gestalten, sich öffnen für junge HIV-Positive, die ihr Leben mit HIV ganz anders leben und angehen werden. Dafür muss eine ehrliche Einladung ausgesprochen und Freiraum geschenkt werden. Es braucht Vertrauen in die Kreativität der neuen Generation HIV-Positiver, dass ihre Vorstellungen von Aidshilfe eine gleiche Berechtigung haben wie die Bedürfnisse der alten Hasen.
  • Aidshilfe wird sich wandeln und anders werden müssen: Fenster auf und frischen Wind reinlassen! Erst gab es das „Alte AIDS“, jetzt das „Neue Aids“. Also braucht es nun folgerichtig nach der „Alten AIDS-Hilfe“ auch eine „Neue Aidshilfe“.
  • In den kommenden 25 Jahren wird Aidshilfe das Ziel einer wirksamen HIV-Impfung und einer kurativen Heilung der HIV-Infektion als Vision im Blick behalten und sich öffentlich dafür einsetzen.
  • Die Kernkompetenz von Aidshilfe liegt für mich in der Akzeptanz von Lebensweisen und als „Agentur für sexuelle Gesundheit“, letztere sowohl physisch, als auch psychisch verstanden. Das kann eine Konstante im zu erwartenden Wandel der nächsten 25 Jahre sein.

Das volle Interview zu lesen gibts hier.



Glück mit HIV? – Ja! Mit „Positiver Psychologie“

Januar 15, 2010

Wie kann ein Leben mit einer HIV-Diagnose ein glückliches Leben werden? Ich will den Schatten und das Beängstigende dieser Krankheitsdiagnose nicht schön reden, aber im Leben mit HIV suche ich Wege, wie ich mit, trotz oder ganz einfach doch, Glück finden und mich glücklich erleben kann.

Die meisten Menschen reagieren auf eine HIV-Diagnose mit einer spontanen Angst. Man spürt unmittelbar:  Ein Teil der eigenen  Gesundheit ist unwiderbringlich verloren. Das ist die neue Realität, die zu akzeptieren natürlich schwer fällt. Ein Verlust löst Traurigkeit aus.  Und das Verlorene muss betrauert werden. Diese Trauerphase dauert je nach Person unterschiedlich lange. Eine Abkürzung gibt es nicht. Entscheidend ist, dass diese Trauerphase nicht chronisch wird.

An der HIV-Diagnose kann ich also nichts mehr ändern. Für Fatalismus besteht aber kein Anlass. Ich habe eine Wahl:

Ich kann mich entscheiden, meinem früheren Leben ohne HIV ewig  hinterherzutrauern und diese Gedanken in endlosen Schleifen zu wiederholen.  Dann wäre mein Bewusstsein beherrscht vom „Verlust“ des Zustandes HIV-negativ. HIV-positiv zu sein erlebe und bewerte ich aus dieser Perspektive als Defizit und Mangel. Hier lauert eine Falle, denn es gibt keine Heilung von HIV – und was geschehen ist, ist geschehen.

HIV-positiv und gleichzeitg auch glücklich sein kann ich dagegen, wenn ich mich auf andere Aspekte konzentriere, indem ich mein Bewusstsein darauf ausrichte, was mich stärkt, bereichert, und mein Leben lebenswert macht. Hier kommt das interessante Konzept der Positiven Psychologie zum tragen:

Die Positive Psychologie beschäftigt sich mit den Bereichen der positiven Emotionen, des positiven Charakters und positiver Strukturen. Positive Emotionen sind etwa Lebenszufriedenheit, Lebensfreude, Glück, Geborgenheit, Vertrauen, Selbstvertrauen, Optimismus, Freude, Hoffnung, Akzeptanz, Dank, Lust, Zuneigung um nur einige zu nennen.

Positiver Charakter bezeichnet Stärken und Tugenden, deren regelmäßige Ausübung positive Emotionen hervorbringen, wie: Anstand, Aufrichtigkeit, Ausgeglichenheit, Beharrlichkeit, Bescheidenheit, Besonnenheit, Contenance, Echtheit, Empathie, Fairness, Integrität, Friedfertigkeit, Geduld, Gelassenheit, Großmut, Humor, Menschlichkeit, Mut, Nächstenliebe, Zivilcourage, Solidarität, Verzeihen, Selbstannahme, Selbsterkenntnis, Selbstliebe, Treue, Unbestechlichkeit, Wahrhaftigkeit, Weisheit, Wertschätzung und andere.

Um als psychologische Wissenschaft ernst genommen zu werden, sei es innerhalb der Positiven Psychologie wichtig, sich nicht als etwas darzustellen, was die negativen Aspekte des Lebens ausblende. Die Dialektik zwischen dem Positiven und dem Negativen sei eine der Grund-Realitäten des menschlichen Seins.

… verdeutlicht dies am Beispiel des „Optimismus“: Entfernt sich der Optimismus zu weit von der Realität und wird zu einem Überoptimismus mit übertriebener Sorglosigkeit, kann das schädliche Auswirkungen haben durch das Unterschätzen von Gefahren. Hilfreich kann ein so genannter „konstruktiver Pessimismus“ (Ursula Staudinger) sein der dem „Defensiven Pessimismus“ (Julie K. Norem/Massachusetts) entspricht. Dieser zieht Fehlschläge in Erwägung, um für den Notfall Vorsorge treffen zu können: „Wenn es schief geht, kann ich das und das noch machen.“ Die „dynamische Spannung zwischen Optimismus und Pessimismus, die einander fortwährend korrigieren sollten“ (nach Seligman) beschreiben ebenfalls diesen Schutz.

… Beispiel von (Suzan Vaughan/Columbia Universität): Mehr Freude am Leben erlebt derjenige, der sich die Illusion einer Insel bewahrt, auf die er zuschwimmen kann. Und wenn er am Ende doch untergeht, wird er das Bad im Meer der Illusionen um so mehr genossen haben.

In ähnlicher Weise äußerte sich der Psychotherapieforscher Klaus Grawe als ein Befürworter einer Psychologie, die sich mit dem ganzen Menschen beschäftigt. Die Hirnforschung zeige, dass Heilung nicht geschehe durch ausschließliche Beschäftigung nur mit Problemen, sondern indem möglichst viele neue positive und bedürfnisbefriedigende Erfahrungen gemacht werden.

Diese Erkenntnisse und Strategien in einen Zusammenhang mit HIV zu stellen, dazu wurde ich während der Betrachtung der 3Sat-Sendung „Scrobel: Wege zum Glück“ inspiriert. Interessant kann es sein, zu überprüfen, ob man selber mit „Glücksstrategien“ lebt.

Wer sich also in seinem Leben mit HIV an den Positiven Emotionen und Charaktereigenschaften  orientiert, der ist auf dem richtigen Weg, wie immer dieser dann auch aussehen mag.

Krankheit kann auch glücklich machen, so verrückt sich dies auch anhören mag:

Peter Herschbach von der Technischen Universität München hat bei der Auswertung von 30 Studien mit 11.000 Menschen herausgefunden, dass Krebkranke ihre Lebensqualität besser beurteilen als viele Gesunde. Das liegt unter anderem daran, dass die Krankheit sie wieder achtsam macht für die kleinen Glücksmomente des Alltags, während gesunde Menschen sich permanent mit denen vergleichen, denen es besser geht als ihnen.

HIV-Positive brauchen Positive Psychologie! Probiert es aus!