Wie entwickelt sich Aidshilfe in den nächsten 25 Jahren?

Januar 31, 2010

… unter anderem diese Frage stellt die AIDS-Hilfe NRW mir und anderen Menschen, die sich in und für Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen in der Prävention, Beratung und Begleitung, in der Vernetzung und Organisation des Landesverbands oder im Interesse von Menschen mit HIV und Aids eingesetzt haben.

Hier nun meine Vision, wie Aidshilfe sich in den nächsten 25 Jahren entwickeln wird:

  • HIV wird immer mehr zu einer chronischen Erkrankung. Die Behandelbarkeit wird sich weiter verbessern, die Lebensqualität für Menschen mit HIV wird steigen – und sie werden über viele Jahre ihres Lebens weniger auf die Aidshilfe mit ihren klassischen Angeboten angewiesen sein.
  • Aidshilfe muss den Generationenwechsel gestalten, sich öffnen für junge HIV-Positive, die ihr Leben mit HIV ganz anders leben und angehen werden. Dafür muss eine ehrliche Einladung ausgesprochen und Freiraum geschenkt werden. Es braucht Vertrauen in die Kreativität der neuen Generation HIV-Positiver, dass ihre Vorstellungen von Aidshilfe eine gleiche Berechtigung haben wie die Bedürfnisse der alten Hasen.
  • Aidshilfe wird sich wandeln und anders werden müssen: Fenster auf und frischen Wind reinlassen! Erst gab es das „Alte AIDS“, jetzt das „Neue Aids“. Also braucht es nun folgerichtig nach der „Alten AIDS-Hilfe“ auch eine „Neue Aidshilfe“.
  • In den kommenden 25 Jahren wird Aidshilfe das Ziel einer wirksamen HIV-Impfung und einer kurativen Heilung der HIV-Infektion als Vision im Blick behalten und sich öffentlich dafür einsetzen.
  • Die Kernkompetenz von Aidshilfe liegt für mich in der Akzeptanz von Lebensweisen und als „Agentur für sexuelle Gesundheit“, letztere sowohl physisch, als auch psychisch verstanden. Das kann eine Konstante im zu erwartenden Wandel der nächsten 25 Jahre sein.

Das volle Interview zu lesen gibts hier.


Werbeanzeigen

40 Jahre Stonewall: früher Straße – heute Gremien

Juli 15, 2009

Die Schwulenbewegung ist mitnichten in der Stagnation angekommen. Die Bewegung hat lediglich einen anderen Handlungsraum gefunden und ist von der Straße in die Gremien gewechselt. Leider ist darüber die Sichtbarkeit der politischen Arbeit verloren gegangen.

Dies ist eines der Ergebnisse eines intergenerativen Dialogs zu den politischen Visionen und Strategien der Schwulenbewegung 40 Jahre nach Stonewall. Dieser spannende Diskussionsabend  fand am 28.6.09 im Rahmen des Kölner CSD im Rubicon Beratungszentrum statt.

Die Diskussionsergebnisse wurden von Markus Schupp, Sozialwissenschaftler und Mitarbeiter des Rubicon, zusammengefaßt.

Zu der Podiumsdiskussion: „boys, bears & daddys Schwulenbewegung 40 Jahre nach Stonewall“  hatten die Schwulen ALTERnativen eingeladen.

Auf dem Podium diskutierten: Alfred Schiefer (Gay liberation front glf, Urgestein des Sozialwerks für Lesben und Schwule), Reinhard Klenke (AIDS-Hilfe NRW und Gründungsvorstand des KLuST), Denis Yücel (Preisträger der Kampassnadel, ehem. Anyway4You), Pascal Kasper (Schwusos Köln) sowie Anyway-Besucher.

Quelle: Newsletter Herzenslust vom 14.7.09