ACTUP Oral History Project

Januar 4, 2010

Kann das ACTUP Oral History Project in den USA auch ein Vorbild für deutsche AIDS-Hilfen sein? Es ist an der Zeit, auch in Deutschland Dokumente von Zeitzeugen der AIDS-Krise zu schaffen, zusammenzuführen und allen Interessierten zugänglich zu machen.

Das ACTUP Oral History Project ist eine über 7 Jahre aufgebaute Zusammenstellung von Interviews mit überlebenden Mitgliedern von ACT UP New York. Es enthält z.Zt. 84 Beiträge, bestehend jeweils sowohl aus einem Videoclip plus einer Abschrift des Interviews.

The purpose of this project is to present comprehensive, complex, human, collective, and individual pictures of the people who have made up ACT UP/New York. These men and women of all races and classes have transformed entrenched cultural ideas about homosexuality, sexuality, illness, health care, civil rights, art, media, and the rights of patients. They have achieved concrete changes in medical and scientific research, insurance, law, health care delivery, graphic design, and introduced new and effective methods for political organizing. These interviews reveal what has motivated them to action and how they have organized complex endeavors. We hope that this information will de-mystify the process of making social change, remind us that change can be made, and help us understand how to do it. (ACT UP continues to fight to end the AIDS epidemic. For more information on ACT UPís current activities, see their website www.actupny.org.)

Eine Zusammenstellung von Publikationen zum Thema „Älter werden mit HIV“ gibt es  hier.

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Tom Duane – ACT UP vor dem New York State Senat

Juli 23, 2009

Solch eine radikal-sachlich-leidenschaftliche Rede wie die des Senators Tom Duane am 17.7.09 vor dem New York State Senat, ein Plädoyer für Menschlichkeit, Solidarität und Menschenrechte für Menschen mit HIV und AIDS habe ich bisher noch nicht erlebt!

Tom Duane ist New York State’s erster offen HIV-positiver und offen schwuler Senator.

Und es ist erschreckend, dass es in den USA offenbar nötig ist, so vehement für den Erhalt einer BASISVERSORGUNG für in Armut lebende HIV-positive Bürger kämpfen zu müssen.

Bonnie Goldmann, Chefredakteurin von TheBody.com, sieht sich durch die Rede von Tom Duane zurückversetzt in die 80er und frühen 90er Jahre, als diese leidenschaftliche Radikalität über die ACT-UP-Aktionen in den USA gegen die Mauern von Agonie und Ignoranz hämmerten: „Wir brauchen mehr solch leidenschaftliche Stimmen!“ In ihrem Blog führt sie noch einmal die von Senator Duane erwähnten Herausforderungen und Aufgaben auf.

Es ist gut, Senator Duane als Mitstreiter in der globalen HIV-Kampagne zu wissen. Ich bin durch seine Rede beeindruckt und empfinde tiefen Respekt für ihn. Es ist so ungemein wichtig, dass Menschen mit HIV und AIDS selber zu Wort kommen, gerade auch als Mitglieder in Parlamenten. (Siehe dazu mehr im Blog von Ondamaris)

Blogger Mike Tidmus aus San Francisco hat weitere Infos über die Wirkung der Rede von Tom Duane in den USA.

Und Blogger Rex Wockner sieht die Rede von Tom Duane auch als Geschichtsstunde über die Traumatisierung des „gay holocaust from 1980 to 1996 — the year that drugs finally emerged to keep HIV from automatically killing.“ Er ruft dazu auf, das Video weiterzuverbreiten:

„Please not only return above and watch this — but pass it on to your straight friends and to your families too. We can’t forget, both because it is our collective history and because people are still getting infected, and even today, having HIV is no walk in the park.“