„Ich hab was zu erzählen…“ – Biografiearbeit für schwule Senioren ab 50plus

August 5, 2012

Ab September 2012 biete ich zusammen mit Georg Roth (Landeskoordinator Schwule Seniorenarbeit in NRW) erstmals als Pilotprojekt eine Gruppe Biografiearbeit für schwule Männer ab 50 an. Wir freuen uns über Anmeldungen und weitere Verbreitung der Einladung!

„Du schon wieder mit Deinen Geschichten!“  – wem von uns ist dieser Satz nicht schon untergekommen, wenn wir von unserer ersten großen Liebe oder unserem ersten Meerschweinchen erzählen wollten.  Und wie oft gehen Begegnungen und Gespräche über den üblichen Small-Talk nicht hinaus.

Das wollen wir in unserer Gruppe anders machen. Denn jeder Mensch hat seine Geschichte. Und jede dieser Geschichten ist es wert, dass sie erzählt wird. Ein schwules Leben ist ja auch immer ein Leben mit besonderen Herausforderungen, die zu bewältigen dem einen mehr und dem anderen weniger gut gelingt. Aber klar ist doch: jeder packt sein Leben an, so gut er kann. Jeder ist auf der Suche nach seinem Glück. Und deshalb ist auch jede Lebensgeschichte wert, erzählt zu werden.

Wir etwas älteren schwulen Männer haben viel erlebt: Die Zeit des § 175, die 68er Zeit, Stonewall und Schwulenzentren, HIV und AIDS, Älterwerden. Aber nicht nur die großen Ereignisse, die uns alle verbinden, sind es, die zu unserem Leben und unserer Biografie gehören. Es sind die ganz persönlichen Erinnerungen: der erste Mensch auf dem Mond, das erste Mal in einer schwulen Kneipe, der Fall der Mauer, der erste Sex mit einem Mann, die erste Zigarette, das erste Kondom…

Eingeladen sind besonders die von uns, die bisher wenige Möglichkeiten hatten, einmal ihre Geschichte zu erzählen. Man braucht kein Erzählkünstler zu sein, um aus seinem Leben zu erzählen. Die eigene Geschichte zu erzählen ist auch ein Abenteuer: schon vergessen geglaubte Erlebnisse wieder zu erinnern mit allen Höhen und Tiefen. 

Biografiearbeit ist kein „wehmütiger Blick zurück“. Geschichten erzählen, eigene Geschichten erzählen, ist eine Einladung zur Begegnung miteinander. Und so ergeben sich auch Ausblicke auf das, wohin uns das Leben noch zieht. Die Erlebnisse der Anderen als vitalisierenden Ansporn zu erfahren. Manches ist auch jetzt noch möglich…

Es wäre schön, wenn möglichst viele unterschiedliche Lebenswege erzählt werden. Denn jeder Lebensentwurf ist es wert, berichtet und erfahren zu werden: von der politischen Bewegungsschwester über den promisken Partykerl, vom schwulen Vater bis zum dauerhaften Paar mit Hund im Eigenheim

Also: wer hat Lust auf diese Gruppe?  In der jeder „Zeitzeuge“ ist. In der Zeit und Raum ist für Erinnerung, Tiefe und Vision.

  • Anmeldung über: georg.roth@rubicon-koeln.de (bitte mit Telefonnummer, um ein Vorgespräch zur Motivationsklärung bzw. Klärung der Erwartungen führen zu können)

„Wen therapieren wir hier eigentlich?“ – Ein intergenerativer Dialog zum Leben mit HIV

März 5, 2012

Marcel Dams (21), Jungpositiver aus Essen, und der seit 21 Jahren infizierte Michael Jähme (52) aus Köln schreiben beide in einem eigenen Blog über das Leben mit HIV (teilzeitblogger.wordpress.com und termabox.wordpress.com). Sie trafen sich in Köln zum Gespräch der Generationen. Birgit Schreiber moderierte.

 

Wo habt ihr euch eigentlich kennengelernt?

Michael: Im Internet, beim Bloggen. Marcel hat einen Satz von mir zitiert.

Marcel: Ja, der lautete ungefähr so: „Es liegt an dir, welche Bedeutung du HIV in deinem Leben geben willst. Lass dir von den anderen nichts vorschreiben.“

Michael: Ich war fasziniert, dass jemand mich zitiert, noch dazu ein so junger Mensch. Und ich fand es toll, dass jemand aus der jungen Generation so powert. Ich blogge erst seit 2007. Da war ich schon 17 Jahre positiv.

Marcel: Eine seltsame Vorstellung – als ich geboren wurde, hast du dich infiziert.

Michael: Stimmt. In deinem Alter hätte ich mich damals nie getraut, so offen über HIV zu sprechen und mich so angreifbar zu machen.

Marcel: Wir haben heute viel mehr Freiheiten. Es ist viel einfacher, im Netz und im Privatleben zu sagen, ich bin schwul.

Michael: Ich bin in eine Zeit hineingeboren, in der Schwulsein durch den § 175 noch unter Strafe stand. Das hängt mir nach, macht mich und andere meines Alters vielleicht misstrauischer. Und ich war bürgerlich sozialisiert. Mein Coming-out hatte ich mit 26. Ich war schon immer politisch und selbstbewusst, aber erst mit EKAF wurde ich ein Tabubrecher – auch in den Augen meiner Kollegen der Aidshilfe. Ich hatte den Eindruck, man traute den Positiven einfach nicht zu, mit der Botschaft angemessen umzugehen. Das fand ich diskriminierend und empörend. Und es war wichtig, dass HIV-Positive da Druck gemacht haben. Heute kann ich in dem anfänglichen Zögern der DAH, das EKAF-Statement offensiv zu unterstützen, auch etwas Ehrenwertes sehen – man wollte ganz sicher sein und keine unkontrollierbare Diskussion losbrechen.

Marcel: Als ich von EKAF schließlich erfuhr, habe ich mich gefragt, ob der Öffentlichkeit da was verschwiegen worden ist. In einem Blog habe ich später von meinem Recht auf kondomlosen Sex geschrieben, und es gab viele wütende Reaktionen. Die Leute warfen mir vor, ich würde Sex ohne Kondom propagieren. In Wirklichkeit plädiere ich für individuellen, verantwortungsvollen Umgang mit den verschiedenen Möglichkeiten des Safer Sex. Und das kann heute eben auch Sex ohne Kondom sein.

Michael: Wie gehst du damit um, wenn Leute aggressiv auf deine Meinung reagieren?

Marcel: Online verkrafte ich Widerspruch gut. Manchmal kriege ich fünf Schmähmails am Tag. Bestürzt war ich, als ich einen echten Brief im Postkasten zu Hause fand. Darin stand: „Du musst gestoppt werden, die Vorbereitungen sind im Gange.“ Zum Glück war das eine einmalige Sache.

 

Wie seid ihr beide zum Bloggen gekommen?

Marcel: Die Diagnose „HIV“ war für mich ein Schock. Ich konnte nichts fühlen, nur Ekel vor meinem Körper. Ich zog mich zurück. Dann sagte ein Psychologe zu mir, Anfeindungen seien weniger gefährlich, wenn ich mich selbst akzeptieren könne. Da hat es Klick gemacht. Ab jetzt wollte ich mich nicht nur akzeptieren, sondern viel, viel mehr. Doch im Internet, in dem junge Leute ja gern unterwegs sind, hatte ich bislang nur von Langzeitpositiven gelesen. Und Urteile über HIV-Positive wie „Schwulenkrankheit“, „unmoralisch“ oder „selber schuld“, die ich in manchen Foren fand, machten mich wütend. Dem wollte ich was entgegensetzen. Im Bloggen fand ich dann einen passenden Weg, mich zu engagieren und auch jungen Infizierten eine Stimme zu geben.

Michael: Ich habe 2007 zu bloggen angefangen und entdeckt: Manchmal ist Schreiben sehr heilsam, man lernt sich und seine Positionen besser kennen. Das ist gut für das Selbstwertgefühl. Beim Bloggen tue ich also etwas für mich und meine Lebensqualität. Ich frage mich allerdings, wen wir mit unseren Blogs mehr therapieren: uns selbst oder die Gesellschaft, die ihre Ängste über uns auskippt. Vieles, was menschlich ist, wird verdrängt und auf uns abgeschoben.

Marcel: Angst und Verdrängung gibt es auch unter Positiven. Als ich gerade erfahren hatte, dass ich positiv bin, hat mir ein älterer Infizierter gesagt: „Am liebsten würde ich dich jetzt ohrfeigen, weil du dich angesteckt hast.“ Für mich war das sehr, sehr schlimm. Enttäuschend war für mich auch, dass die Leute bei der Aidshilfe so wenig verständnisvoll waren und mir nichts zutrauten. Als ich eine Gruppe für Jungpositive aufmachen wollte, musste ich dafür kämpfen. Dabei heißt es doch immer, die Jungen sollen sich engagieren.

Michael: Ja, viele Ältere trauen den Jungen nichts wirklich zu. Das ist nicht meine Haltung. Ich bin sehr neugierig, wie jüngere Schwule – oft mit weniger emotionalem Ballast – die Dinge anders machen. Deshalb mache ich wirklich gerne Platz. Wenn ich demnächst in Teilrente gehe und meine Arbeitszeit reduziere, hoffe ich, dass die frei werdenden Stunden mit einem jungen Sozialarbeiter besetzt werden, der Bereiche wie Prävention und Öffentlichkeitsarbeit übernimmt. Ich glaube, dass gerade die jungen Mitarbeiter die Potenziale der neuen Medien für die Aidshilfen nutzbar machen können. Wir brauchen auch jüngere Mitarbeiter als Identifikationsfiguren, die das Lebensgefühl der jüngeren Generation besser kennen.

Marcel: Junge Berater sind auch deshalb wichtig, weil man manche Themen am besten mit Gleichaltrigen klärt: die Probleme am Arbeitsplatz, in der Schule, Prüfungen. Aber ich lerne auch gerne von älteren Infizierten.

Michael: Ich erwarte nicht, dass die jungen Leute mich und andere meines Alters verstehen. Man kann sich doch nie wirklich vorstellen, wie es ist, wenn man älter ist. Aber gerade deshalb möchte ich mit den jungen Positiven wie Marcel im Gespräch bleiben. Und ich würde gern mal deine Eltern kennenlernen, die da so einen reflektierten jungen Mann großgezogen haben.

Marcel: Ich selbst bin noch immer sehr beeindruckt von der Vorarbeit und der Radikalität der Langzeitpositiven. Ihr habt damals die Öffentlichkeit sehr provoziert.

Michael: Wir hatten den Tod vor Augen und nichts mehr zu verlieren. Ihr seid heute in einer ganz anderen Situation: Wenn ihr euch outet, werdet ihr das euer ganzes Berufsleben nicht mehr los. Andererseits: Die Infektion zu verschweigen und 40 Jahre zu fürchten, euer Geheimnis könnte enthüllt werden, ist auch keine Perspektive.

Marcel: Das war ein Grund, weshalb ich so öffentlich positiv bin. Das habe ich nie bereut. Seit ich bei IWWIT mitmache, komme ich mit so vielen Menschen ins Gespräch. Und ich freue mich schon auf die Kampagne zum Welt- Aids-Tag 2011, da bin ich dieses Jahr dabei.

Michael: Mir liegt ein Projekt am Herzen, zu dem die Kampagne vom letzten Jahr besonders gut passt – das Motto hieß ja „Positiv zusammen leben“. Denn ich finde, Langzeitpositive wie auch ihre Angehörigen brauchen mehr Möglichkeiten zur Biografiearbeit, mehr Raum für Gespräche. Kränkungen und Verletzungen haben bei manchen seit 20, 25 Jahren Spuren in der Biografie hinterlassen. Und sie müssen Scham- und Schuldgefühle bewältigen, um nicht depressiv zu werden. Es ist auch wichtig anzuerkennen, was man in schwierigen Zeiten durchgestanden hat und wo es persönliche Erfolge gab.

 

Wie habt ihr mit der HIV-Infektion leben gelernt?

Michael: Ich hatte recht schnell wieder eine gewisse Unbefangenheit dem Leben gegenüber gewonnen. Mir hat da einfach geholfen, dass jeden Morgen die Sonne aufgeht. Und im Älterwerden habe ich begriffen, dass niemand von uns unschuldig durchs Leben kommt. Seit ich mir nicht mehr vorwerfe, dass ich mich mit HIV angesteckt habe, spielt die Infektion eine weniger belastende Rolle. Ich bin sogar stolz darauf, dass ich damals überhaupt wagte, offensiv und sexuell schwul zu leben, denn die Angst vor einer Ansteckung mit HIV hatte mein Coming-out verzögert. Heute weiß ich: Das Leben gibt es nicht ohne Risiko. Ich wollte lebendig sein und etwas erleben, auch um den Preis der Infektion.

Marcel: Bei mir nimmt HIV manchmal noch viel Raum ein. Zum Beispiel hatte ich bis vor wenigen Monaten noch recht viele körperliche Probleme. Erst seit Beginn der medikamentösen Therapie geht es mir wieder besser. Wichtig ist für mich vor allem, ob die Infektion in meinem Leben eine gute oder schlechte Rolle spielt. Und da stelle ich fest: Ich habe auch viel gelernt, seit ich infiziert bin, habe viele Menschen kennengelernt. Und ich bin viel reifer geworden, habe begriffen, wie verletzlich das Leben ist. Krankheiten gehören für mich mittlerweile zum Leben dazu.

 

Was wünscht ihr euch für die Zukunft?

Marcel: Dazu habe ich vor kurzem in meinem Blog Folgendes geschrieben: Ich kann heute nicht wissen, wie mein Leben in zwanzig, dreißig Jahren aussieht. Es kann noch so viel passieren. Hauptsache, ich bin dabei glücklich und akzeptiere mich.

Michael: In Zukunft soll HIV in meinem Leben weniger Raum einnehmen. Privatleben, Sport, Freunde sind jetzt dran. Da ist allerdings doch noch ein Projekt, das mich reizt: Ich würde gern die Biografien von Langzeitpositiven auf Video oder Audio dokumentieren. Dazu habe ich Lust und vielleicht auch bald die Zeit.

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Dieses Interview wurde erstveröffentlicht in „Annäherungen – Ein Lesebuch zur Arbeit in Aidshilfen“, ab S. 31, Deutsche AIDS-Hilfe 2012. (pdf)

Das Lesebuch kann als Broschüre kostenlos bei der DAH bestellt werden: Bestellnummerr: 027010

Vielen Dank an die DAH für die Genehmigung zur Übernahme des Interviews in meinem Blog.


CIAO – einfach schönes schwules Kino!

Februar 21, 2010

Ciao ist ein bewegender Kinofilm, eine hervorragende Story, eine wunderbare Inszenierung und brilliant dargestellt von den Schauspielern Alessandro Calza und Adam Neal Smith. Einer der schönsten und bewegendsten schwulen Filme, die ich kenne. Und er zeigt unter anderem, dass schwul sein mehr ist als nur Sex, nämlich Freundschaft und Vertrautheit. Ein Film über Angst und Mut, Interesse und Distanz, über Trauer und Liebe, Verlieren und sich finden…

Hier ein Auszug aus einer Filmkritik:

Seit über einem Jahr chattet der Italiener Andrea mit dem Texaner Mark und will ihn nun endlich besuchen. Das Ticket nach Amerika ist schon gekauft, da ereilt den jungen Mann die Nachricht von Marks tödlichem Unfall. Die E-Mail stammt von dessen langjährigem Freund Jeff. Zwar hatte der Finanzplaner keine Ahnung von der Online-Beziehung, dennoch lädt er Andrea spontan zu sich nach Dallas ein.

Was für ein Typ mag das wohl sein, der offensichtlich Mark sehr nahe stand, von dem er vorher aber nie ein Wort gehört hatte? Zwei Tage verbringen die beiden miteinander, manchmal lachend, manchmal schweigend, stets verbunden durch die Erinnerung an den verstorbenen Freund. Und langsam baut sich eine seltsame Spannung zwischen ihnen auf, schwankend zwischen zaghaftem Begehren, Neugier und der Ungewissheit, ob es nicht nur die Trauer um Mark ist, die ihr plötzliches Verlangen heraufbeschwört.

Dem jungen Regisseur Yen Tan gelang ein sensibler Film über zwei Unbekannte, die ein Schicksalsschlag zusammenführt. In blassblauem Licht und mit präzis arrangierten Einstellungen streift die Kamera vom beherrschten Blick Jeffs zu den strahlenden Augen des gefühlvollen Andrea. Zwei Männer wie sie kaum unterschiedlicher sein könnten und die in diesem Moment doch so viel verbindet.


Schwule sind eindeutig unpolitischer geworden

Oktober 28, 2009

In einem gepodcasteten 10-minütigem Interview mit der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“ hält Erwin In het Panhuis, Vorstand des Vereins Centrum Schwule Geschichte / Köln einen politischen Rückblick auf die Entwicklung der Emanzipation und Akzeptanz von Homosexualität in der deutschen Gesellschaft.

Centrum Schwule Geschichte, Köln

Darüber hinaus bewertet er kritisch und pointiert die aktuelle Entwicklung: „Die Schwulen sind eindeutig unpolitischer geworden.“ Dabei gäbe es noch genug Anlass, sich gegen nach wie vor bestehende Diskriminierungen und Benachteilgungen zu wehren: „Ich glaube, dass die gesellschaftliche positive Einstellung auf einem sehr sehr wackeligen Fundament steht.“

Klischees übereinander gäbe es sowohl bei Heteros wie bei Schwulen. Erwin In het Panhuis bemerkt in letzter Zeit eine  höhere Offenheit von Heteros gegenüber Schwulen und Lesben. Schwule und Lesben dagegen würden oft lieber in ihren Subkulturen leben und ein Scheuklappendenken pflegen, weil sie sich in ihrer Parallelgesellschaft eingerichtet haben. Dagegen werden Heteros zunehmend im positiven Sinne entspannter, neugierig und fragen auch nach.

Im Dialog und Kontakt könnten Klischees dann schnell durchbrochen werden.

In der Ausgabe 11/2009 von Bild der Wissenschaft befindet sich ein Schwerpunktteil zu Homosexualität:

Schwule geben den Forschern nach wie vor Rätsel auf. Merkt man Kindern schon früh an, wenn sie „anders gepolt“ sind? Warum lehnen viele Menschen Schwule ab? Und wieso ist gleichgeschlechtlicher Sex im Tierreich so weitverbreitet?

Da scheint sich ein Weg zum Zeitschriftenstand am Kiosk zu lohnen!

Aber warum wird, wie oben in der zitierten Vorankündigung der Onlineredaktion von BdW, einmal wieder Homosexualität nur mit schwulen Männern angesprochen und lesbische Frauen bleiben als Gruppe nicht genannt?

Das gepodcastete Interview jedenfalls ist aufschlussreich, frisch und  politisch. Anhören lohnt!


Die Verzauberten sieht mann in München

Oktober 23, 2009

Sehr beachtenswert ist die Ausstellung „Die Verzauberten“, die noch bis zum 30. Oktober 09 in München im Sozialreferat am Ostbahnhof zu sehen ist. Sie beinhaltet „Gesichter und Geschichten alter schwuler Männer“, die zwischen 1916 und 1946 geboren sind.

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Die vollständige Ausstellung mit allen Fotos und Texten ist in einem schönen Katalog zur Ausstellung dokumentiert und bleibt als Datei hoffentlich noch einige Zeit auf der homepage der Stadt München eingestellt.

Für die Stadt München spricht Hep Monatzeder als Bürgermeister in seinem Grußwort eine deutliche Sprache:

„… Die Ausstellung zeigt die Gesichter von zehn schwulen Männern, die in diesen Jahrzehnten aufgewachsen sind und gelebt haben. Sie erzählt ganz eigene und doch ähnliche Lebensgeschichten. So individuell die Biografie jedes Einzelnen ist, so kollektiv ist die Erfahrung an Ausgrenzung und Benachteiligung, manchmal sogar Gewalt. Es ist sicher nicht falsch, von einer verwundeten Generation zu sprechen.

Für mich ist es eine Ehre, als Bürgermeister der Landeshauptstadt München die Schirmherrschaft für diese Ausstellung zu übernehmen. Ich möchte dies auch als Ausdruck dafür verstanden wissen, dass die Landeshauptstadt im Rahmen ihrer Möglichkeiten versucht, jenes Unrecht, dass viele schwule Männer erfahren mussten, wenigstens ein bisschen wieder gut zu machen. …“

Wiedersehen mit Peter Schauwecker

Die Ausstellung hatte ich zusammen mit einem Freund besucht. Fotos und die sie begleitenden Kurzbiografien gaben uns eine Fülle von Impulsen, uns an eigene Erlebnisse zu erinnern und ins Gespräch über unsere eigenen Biografien zu kommen. Obwohl wir wesentlich jünger sind, ist auch unser Aufwachsen in heteronormierten Familien und gesellschaftlichem Umfeld geprägt von Widerständen, die es zu überwinden galt, was uns auf ganz unterschiedliche Weise mal besser, mal schlechter gelang.

Ausstellungsraum 1. Stock Sozialreferat

Die Fotos sind hier in einer Galerie bei Queer.de zu sehen.

Mich freut, eine städtisch-öffentliche Ausstellung  zu sehen, in der ältere Schwule sichtbar werden. In den Kurzbiografien vermitteln sich die Lebenswege als gelungene Lebensentwürfe in einem widrigen Lebensumfeld. Die portaitierten Männer wirken glaubwürdig.

Aidskrise in den 1980er Jahren

Nachdenklich macht mich, dass Einsamkeit und nicht herbeigewünschtes alleine-leben als ebenfalls existierende Realität älterer schwuler Männer innerhalb dieser Ausstellung nicht vorkommt. Mit den Schattenseiten einer durchaus auch gelungenen Lebensgestaltung ist es ja auch persönlich konflikthafter,  öffentlich zu werden.

Zufälligerweise suchte mich diese Woche ein 82-jähriger schwuler Mann in der Beratungsstelle auf, der 1957 unter dem § 175 verhaftet, verurteilt und inhaftiert worden war. Spürbar ein Mann mit  viel Geschichte und vielen zu erzählenden Geschichten. Um mit ihm weiter in Kontakt zu bleiben, bin ich auf den Briefverkehr angewiesen. Ein Telefon hat er abgeschafft: Es ruft ja eh keiner an und es gibt keinen, den er selber anrufen könnte.

Unserem weiteren Kontakt sehe ich mit lebendigem Interesse entgegen.


Ist der Lack erst ab – Schwulsein jenseits des Jugendwahns

Juli 18, 2009

Älter werden als schwuler Mann, dieser Lebenssituation widmete der Deutschlandfunk am 17.07.09 eine 90-minütige Radiosendung, die als podcast gehört werden kann und auch zum download bereit steht.

Unter anderem ging darum: Wie kann ein gutes Leben als Schwuler im „herangerückten Alter“ aussehen? Wie kann Lebensqualität und erfülltes Leben gelingen? Wer kann als Vorbild dienen und was kann Orientierung geben?

Ein zugeschalteter Hörer meinte: „Ältere Schwule befinden sich alle noch in einem sozialen Experimentierfeld. Und zwar deswegen: Es gibt keine Altersbilder für uns und die müssen erst noch entstehen.“

„So wie wir uns die Emanzipation erarbeitet haben, als selbstbewußte Schwule und Lesben, so müssen wir anfangen, uns dieses Vorbild zu erarbeiten.“

Bernd Volger, Studiogast, dazu: „Ich frage mich gerade, ob ich ein Vorbild brauche. Ich glaube, ich brauche es nicht. Ich habe überhaupt keine Angst vor dem älter-werden. Ich weiß nicht, wie es ist, wie ich später lebe. Ich weiß nur, daß ich ein soziales Netz habe, und daß ich überhaupt keine Befürchtungen habe, egal in welche Situation ich komme, daß Menschen für mich da sind, wenn ich sie benötige. Und deshalb kann ich jetzt zu meinem Alter so stehen, wie es ist.“ – „Es ist wichtig, daß ich mit mir selbst im Klaren bin, daß ich nicht unter Druck stehe.“

Ich selber gab auf dem Kölner CSD Statements ab, die als O-Töne in die Sendung Eingang fanden:

„Ich möchte einfach mein alt-sein und älter-werden als schwuler Mann selbst definieren. Ich möchte den Jugendlichen ihre Jugendlichkeit auch nicht neiden, aber ich glaube, es braucht Ideen, da auch ein eigenes Selbstbewußtsein als älterer schwuler Mann zu entwickeln. Wie das aussehen kann, weiß ich selber nicht. Ich glaube, wir sind eine Generation, die das einfach erfinden muss.“

„Es ist einfach die Situation, dass so wenig Strukturen da sind für schwule Männer, wenn sie denn jenseits der 50 sind:  Also wenn man nicht so in der kommerziellen Szene ausgehen will, wenn man nicht so viel abends unternehmen will sondern mehr Lust hat, tagsüber was zu unternehmen weil es einfach mehr dem eigenen Lebensgefühl entspricht. Da gibt’s recht wenig. Und da, glaub ich, fehlt es schon auch an Einrichtungen oder irgendwelchen Gruppierungen, oder irgendwelchen Ideen, was da an neuen Strukturen sich einfach bilden muß. Das ist einfach jetzt noch nicht da, aber ich hab für mich selber das Bedürfnis, da muss… da muss irgendwas Neues entstehen.“

In der Sendung wurde dargestellt: die schwulen Seniorengruppen sind etwas anderes als das traditionelle Bild von Hetero-Senioren-Kraffeekränzchen.

Ich merke, dass ich genau vor so etwas Horror habe, diese Kaffekränzchen-Athmosphäre auch in schwulen Gay&Gray-Gruppen anzutreffen. Für viele mögen sie wichtig sein und haben ihren Sinn, um Gemeinschaft zu finden und Selbstbewußtsein zu stärken. Meine Bedürfnisse gehen darüber hinaus: Ich bin ein Mann der Stonewall-Generation, habe seit meinem Coming Out immer offen schwul gelebt, bin an Gesellschaft und der schwulen Szene interessiert und habe sie mitgestaltet. Ich habe immer ein kreatives schwules Leben gelebt, habe andere inspiriert und bin von anderen inspiriert worden. Genau das ist für mich Lebensqualität.

Sport, Wandern, Gay&Gray oder Golden Gays reichen mir persönlich nicht. Meine Vision vom Leben als schwuler Senior mit 70 ist, dass ich dieses kreative und inspirierende Leben, und damit meine ich gerade auch die politische Debatte miteinander hautnah am persönlich-biografischen Puls, zusammen mit anderen schwulen Männern mein Leben lang weiter erleben will.

***

Lesenswert zum Thema auch ein Vortrag von Johannes Wahala von 2005: „Homosexualität und Alter„, sowie weitere Literaturtips und Berichte zum Thema zu finden auf der oben angegebenen Seite des DLF.

Und noch ein Veranstaltungstip für die Kölner: „Gold + Eden„, eine generationenübergreifende Theater-Collage über lesbische und schwule Lebenswelten. Fr, 9.10.; Sa, 10.10., jeweils 20.00 Uhr und So, 11.10. um 18 Uhr:

Das Paradies auf Erden für Eva & Eva, Adam & Adam? Wo sind die goldenen Zeiten im Leben älterer Schwuler und Lesben? Wartet hinter oder vor dem Busch das Glück? Wer reitet auf dem Regenbogen? Und was sagt die Schlange dazu?
Mit Witz und Ernst richten 13 Kölner Lesben und Schwule zwischen 38 und 79 Jahren Blicke auf den Garten Eden und verführen das Publikum in die Lebenswelten und Sichtweisen älterer Lesben und Schwuler – in deren Jugend männliche Homosexualität noch ein Straftatbestand nach § 175 StGB war und Lesbisch-sein als absoluten Tabu in der Gesellschaft galt.


Das Trauma AIDS muss im Gespräch mit schwulen Senioren einen Platz haben

Juli 12, 2009

Auf dem Fachtag der AIDS-Hilfe Frankfurt „Leben im Alter – In Würde alt werden“ hielt ich am 11. Juli 2009 einen Vortrag zum Thema: „Noch ein paar schöne Jahre… – Perspektiven älterer schwuler Männer mit HIV“. Da ich in freier Rede gesprochen habe, skizziere ich im folgenden die wesentlichen Schwerpunkte meines Vortrages:

Wir werden immer älter. Und wir werden immer mehr! In der AIDS-Hilfe, wo ich arbeite, sind 25% der HIV-Positiven, deren Geburtsjahr bekannt ist,  50 Jahre und älter. Weitere 50% sind zwischen 40 – 50 Jahre alt.

Alt werden mit HIV, dies wurde bei bisherigen Fachtagungen, die sich mit dem schwulen älter-werden befassten, immer nur am Rande behandelt. Nun ist das älter-werden mit HIV seit 2008 auf medizinischen Kongressen ein etabliertes Themenfeld. Eigene Fachtagungen zu den diversen biografischen, psychologischen und sozialen Aspekten des älter-werden mit HIV stehen noch aus.

Durch das Erscheinen der Krankheit HIV/AIDS wurde eine ganze Generation schwuler Männer traumatisiert. Die Tragweite und Tiefe dieser Traumatisierung wird sich in Zukunft mit dem Älter-werden dieser schwulen Generation und dem Älter-werden HIV-positiver Menschen wahrscheinlich erst noch zeigen. Es gilt, sich darauf vorzubereiten.

Im historischen Rückblick ist schwulen Männern die Traumatisierung der Adenauer-Ära als Zeit der Kriminalisierung von Homoexualität ein fester Begriff.

Die durch AIDS seit Beginn der 80er Jahre einsetzende Phase erneuter, andersartiger aber nicht minder schwerer Traumatisierung, erscheint erst heute, wo zuverlässige medizinische Erfolge der Behandlung der HIV-Infektion sich eingestellt haben, als „Ära“ ein- und abgrenzbar.

Dass selbst das RKI im Mai 2009 davon spricht, dass „AIDS eine weitgehend vermeidbare Komplikation einer HIV-Infektion“ geworden ist,  bestärkt meinen Eindruck, dass wir eine schwere Zeit hinter uns gelassen haben und eine wieder leichtere Zeit begonnen hat.

Im Älter-werden und im Lebensrückblick schwuler Senioren erscheint es mir sehr wahrscheinlich, dass sowohl von schwulen HIV-Positiven, welche ihre frühe Diagnose bis heute überlebt haben, als auch von schwulen Senioren, die bis heute HIV-negativ geblieben sind, in den Biografien HIV-spezifische Erfahrungen lebensprägend waren und sind.

Dies sind nicht nur Verluste von Lebenspartnern und Freunden durch einen AIDS geschuldeten Tod, sondern auch Trauer über ein „aus Angst vor Ansteckung mit HIV, oder Übertragung von HIV nicht-gelebtes Leben“. Jetzt, wo HIV seinen Schrecken verliert und das Leben wieder leichter wird, sind wir aber alt geworden und ein Nachholen des bisher nicht-gelebten ist i.d.R. nicht mehr möglich.

Auch diejenigen, denen im Leben mit HIV eine positive Lebensbewältigung gelungen ist, brauchen die aufrichtige und interessierte Einladung, (einander) mitteilen zu können, wie es ihnen ergangen ist und was sie in der AIDS-Krise erlebt haben.

Zum „In Würde alt werden“ braucht es Selbstakzeptanz und Bejahen auch des nicht-gelebten Lebens. Es muss möglich sein, sich selber und anderen gegenüber klar sagen zu können: „Ja, so war es!“ Und es muss möglich sein, darin verstanden zu werden.

Diese 25 Jahre HIV und AIDS durchlebt und erlebt zu haben, mit der aufbrandenen Homophobie der Gesellschaft als Gegenwind, mit der tödlichen Bedrohung durch HIV im Nacken und als HIV-Positiver oft auch mit dem Heimatverlust durch Ausgrenzung in der eigenen Community, dies ist eine Lebensleistung, die zu würdigen ist, die in vielen Leben mit HIV einer Wertschätzung und Anerkennung würdig ist.

Schwulen Männern ist es individuell und als Kollektiv gelungen, diese doppelte Bedrohungen auszuhalten und abzuwehren. Wir haben kreative Lösungen gesucht mit Safer-Sex-Workshops und mit der Gründung von AIDS-Hilfen, mit Kampagnen, Präventionsprojekten, Spezialpflegediensten etc. Wir haben leistungsstarke Strukturen und Organisationen aufgebaut, die unserer schwulen Community und auch der Gesellschaft von Nutzen sind.

Wer aus dieser schwulen Generation, die besonders den Beginn der AIDS-Krise Anfang der 80er Jahre miterlebt hat, heute noch lebt, legt Zeugnis davon ab, vor der Bedrohung nicht kapituliert zu haben, sondern sie zumindest äusserlich bewältigt, weil überlebt zu haben.

Wie viele Suizide dagegen HIV geschuldet sein mögen, wird immer ungewiss bleiben. Aber es werden nicht wenige sein.

Die innerpersönliche Bewältigung kann mehr, oder auch weniger vollzogen sein. Vielleicht ist sie auch nie abschliessbar. Ich vermute: Oft wird die erlebte Traumatisierung noch gar nicht gespürt und erkannt. Für viele ist der Schmerz noch zu groß und zu tief in der Seele „verbuddelt“ und wirkt von dort depressiv-verstimmend in den Lebensalltag hinein.

Durch die heute zur Verfügung stehenden wirksamen Therapien könnte  AIDS nicht länger traumatisierend sein:

1. Ist eine HIV-Infektion erkannt, ist das Fortschreiten ins Krankheitsstadium AIDS weitgehend vermeidbar und eine weitgehend normale Lebenserwartung möglich.

2. Wird die HIV-Infektion medikamentös behandelt, ist die Infektiosität i.d.R. wirksam unterdrückt und ein angstfreies Leben von Sexualität wird wieder leichter möglich.

Beides stellt eine Zäsur für die emotionale Bewertung und den Umgang mit HIV dar. Das Leben normalisiert sich wieder.

Und dadurch wird ein Prozess ermöglicht und einsetzen, nach und nach Rückschau zu halten auf das, was wir schwulen Männer und heutigen schwulen Senioren in der AIDS-Krise erlebt und durchlebt haben.

Auf diese Rückschau wird sich jeder sehr unterschiedlich einlassen, eben weil die Erinnerung an den Schmerz über verstorbene Freunde oder ungelebtes Leben noch so emotional aufgeladen sein kann, dass  eine Abwehr und ein Aufrechterhalten der Vermeidung des Spürens der emotionalen Tribute dieser Lebenszeit beherrschend sind und ein Zulassen verhindern.

Trauer ist die Emotion der Wandlung. Wer Trauer nicht zulässt, verhärtet. Spüren wir Trauer, fliessen oft auch Tränen, das Verhärtete kommt in Fluss und kann sich wandeln. Es wird sichtbar, dass wir des Trostes und des Gehalten-werdens bedürfen.

Wenn wir zulassen, was war, können wir auch zulassen, was jetzt ist und warum und wie wir geworden sind, die wir sind. Dann können wir Gemeinschaft erfahren.

Die Rückschau wird in jedem Schwulen ganz persönliche Erinnerungen und Erfahrungen wachrufen. Es bedarf behutsamer Geduld und Gesprächsräume, alles Wesentliche der eigenen Biografie zur Sprache zu bringen und sichtbar werden zu lassen. Hier sehe ich neben Freundeskreisen auch die Beratungsstellen und AIDS-Hilfen gefordert, mit der nötigen Sensibilität, aber auch Ermutigung, zur Begegnung mit diesem Teil der eigenen Lebensgeschichte einzuladen.

Einschränkungen durch HIV, unterschiedlichster Art, prägen in unterschiedlichen Maß eine ganze Generation schwuler Männer. In der Begegnung mit schwulen Senioren, wo auch immer, sollte bewusst sein, dass es lohnen kann, hierfür aufmerksam zu sein.

Vor Altersnostalgie dagegen sind wir gefeit. Früher war eben NICHT alles besser. Besser ist es HEUTE. Schwul zu leben ist heute wesentlich leichter geworden. Und nie war die Therapierbarkeit der HIV-Infektion so gut wie heute.

Die Forschung muss aber weitergehen, bis eine Heilung von HIV und eine Impfung vor HIV gefunden ist.

In Würde alt zu werden, dafür erscheint es mir angemessen, uns untereinander Anerkennung für die Lebensleistung auszusprechen, sich gegen die Heteronormatitivät behauptet zu haben.

Aber ich erwarte auch, dass die Gesellschaft ihre aufrichtige Wertschätzung für die ausserordentliche Lebensleistung meiner Generation schwuler Männer in der AIDS-Krise würdigt.

Die volle Rehabilitierung und das Ende der Stigmatisierung von HIV-Positiven, sowie die volle Anerkennung von homosexuellen Lebensweisen seiten der Gesellschaft steht noch aus.

In Würde alt werden und als schwuler Senior – gerade auch mit HIV – sichtbar zu sein, daran wird sich unsere Gesellschaft gewöhnen müssen. Dafür brauchen wir starke schwule Senioren-Netzwerke.

Wir sind die Stonewall-Generation! Uns kriegt keiner mehr zurück in den Schrank! Im Alter erst recht nicht!