Vom „Obama Pride“ zum „Merkel / Steinmeier Pride“ – Can we, Germany?

Auf der homepage von Barack Obama, dem neuen Präsidenten der USA, findet sich unter der Rubrik „people“ auch eine Seite LGBT (Lesbians, Gays, Bisexual, Transgender). Wiederholt hatte sich Barack Obama öffentlich für gleiche Rechte für LGBT, für same-sex-mariages und gegen Diskriminierungen ausgesprochen.

Auf der homepage von Präsident Obama steht aktuell:

“While we have come a long way since the Stonewall riots in 1969, we still have a lot of work to do. Too often, the issue of LGBT rights is exploited by those seeking to divide us. But at its core, this issue is about who we are as Americans. It’s about whether this nation is going to live up to its founding promise of equality by treating all its citizens with dignity and respect.”

— Senator Barack Obama

Ebenfalls zu lesen sind die Vorstellungen und Pläne über ein Engagement zu HIV/AIDS unter seiner Präsidentschaft in den USA und weltweit. Aus seiner Rede zum Welt-AIDS-Tag 2006 wird zitiert:

„We are all sick because of AIDS. And we are all tested by this crisis. It is a test not only on our willingness to respond, but on our ability to look past our artificial divisions and debates that has often shaped that response. When you go to places like Africa and you see this problem up close, you realize that it’s not an issue of either treatment or prevention – or even what kind of prevention – it’s all of the above. It is not an issue of either science or values – it is both. Yes, there must be more money spend on this desease. But there must be also a change in hearts and minds, in cultures and attitudes. Neither philantropist nor scientist, neither government nor church, can solve this problem on their own – AIDS must be an all-hands-on-deck effort.“

Voraussichtlich am 27. September 2009 finden in Deutschland die Bundestagswahlen statt. Ich bin gespannt, ob dann auf den homepages der deutschen Kanzlerkandidaten Angela Merkel und Franz Walter Steinmeier Statements zu den Themenfeldern HIV/AIDS und LGBT zu lesen sein werden. Ich möchte gerne VOR der Wahl sehen und lesen, zu welcher Politik sich die beiden Kanzlerkandidaten jeweils – auch JETZT schon – überzeugend bekennen. Ihre jetzigen Internetauftritte wirken – noch? – langweilig und unkonkret.

Werden wir als Lesben und Schwule zur Bundestagswahl 2009 von deutschen Kanzlerkandidaten auch so überzeugende Statements hören wie von Barack Obama: „…i don’t want gays and lesbians to be discriminated,… because they are our brothers and our sisters…!“

DIE ZEIT DAFÜR IST MEHR ALS REIF

7 Antworten zu Vom „Obama Pride“ zum „Merkel / Steinmeier Pride“ – Can we, Germany?

  1. koww sagt:

    wie du weißt werd ich ja am 13.11.08 zum WAT Empfang der DAH in Berlin sein. Frau Merkel soll auch da sein . Ich werde in Ihrem Grußwort mal genauer hinhören. Da könnte (müsste) ja darauf hindeutendes thematisiert werden.

  2. termabox sagt:

    Prima, pass gut auf und berichte. Ich kann leider nicht dabei sein. Ein podcast von Merkels Rede wäre eine prima Sache für die, die wie ich nicht in Berlin sein können. Bin gespannt, ob jemand so clever ist und das in die Hand nimmt😉

    In meinem Blog „Solidarität im Nachbarland: Königin Beatrix der Niederlande“ hatte ich ja schon vor einem Jahr die Erwartung geäussert, dass unsere First Lady sich auch persönlich um HIV/AIDS im eigenen Lande kümmert.

    Damals schrieb ich: „Es wäre aber für uns HIV-Positiven in Deutschland ein wichtiges Ereignis, jetzt auch einen nationalen persönlichen Zuspruch von unserer First Lady zu erleben.“

  3. Dennis sagt:

    als temporärer bedenkenträger sach ich nur: mir deucht da ist der wunsch vater des gedanken.
    und wenn dann wird es nur in der absicht sein – stimmen zu „generieren“. es braucht schon mehr als nur ein paar worte das es der politik ein erntshaftes anliegen ist stigmatisierung von hiv + und anderen chron kranken auf die agenda zu setzen.

  4. termabox sagt:

    Wünsche sind doch dazu da, geäussert zu werden. Ob sie erfüllt wrden, ist dann eine andere Sache.

    Und natürlich, die Antwort muss überzeugen! Ist sie nicht echt, merken wir es alle, aber hossa!😉

  5. prediger sagt:

    eine kleine korrektur:
    obama hat meines wissens immer nur nur civil unions für homosexuelle befürwortet, sich aber ausdrücklich gegen die öffnung der ehe ausgesprochen. vermutlich hätte auch niemand, der tatsächlich die ehe-öffnung vertritt, ernsthafte chancen auf einen wahlerfolg gehabt.

    wie man allerdings die von obama beschworene gleichheit aller bürger mit einer sondergesetzgebung für eine minderheit verwirklichen will, bleibt ein geheimnis.

    wie wir ja in deutschland erleben, ist die „teilweise gleichstellung“ eben ein widerspruch in sich. gleichheit gibt es nicht in scheibchen.

  6. ondamaris sagt:

    na … auf den tag wart ich ja noch, an dem merkel und steinmeier im duett singen „schwule und lesben sind auch unsere brüder und schwestern“ ;-))

    ich werd versuchen nen cast von der rede zu machen … 20 minuten soll sie dauern, mal sehen was die cam schafft (und ich…)

    koww: meld dich gerne, hast ja meine mobi-nr

  7. termabox sagt:

    In ihrer Rede anlässlich des Empfangs zum 25. Jubliäum der Deutschen AIDS-Hilfe am 13.11.2008 in Berlin streifte Bundeskanzlerin Angela Merkel 1 Mal auch namentlich „Homosexuelle“ in dieser Passage:

    „Wenn wir uns daran zurückerinnern – das ist nun gerade einmal 25 Jahre her –, dann bekommen wir ein Verständnis dafür, wie es für viele Länder auf der Welt ist, in denen man genau in der gleichen Situation ist. Man muss überhaupt nicht verzagen, sondern muss einfach mutig seinen Weg gehen. Denn wenn man sieht, was wir erreicht haben, dann kann man sagen: Unwissenheit, Unsicherheit und Ängste, die damals noch erstaunliche Blüten getrieben haben, sind überwunden. Damals fühlten sich von der Krankheit Betroffene genau deshalb auch hilflos und alleingelassen. Es ist heute schon gesagt worden: Die Angst vor verstärkter Ausgrenzung und vor Diskriminierung ging gerade bei Homosexuellen um.“

    Ihre Rede stand im Zeichen von 25 Jahre Deutsche AIDS-Hilfe und damit ALLER von HIV und AIDS betroffenen Menschen.

    Trotzdem oder auch gerade deshalb wäre ein sprachlich prägnanteres Benennen des Trauma AIDS, das in der Community der schwulen Männer bis heute tiefe Spuren hinterlassen hat, der geleisteten kollektiven Bewältigung angemessen gewesen. Schwule Männer haben in dieser Zeit nicht nur sich selber geholfen, sondern leisteten in der Vergangenheit und leisten auch heute noch jeden Tag sogar zahlenmäßig umfangreicher Aufklärungs- Informations- und Präventionsarbeit für die heterosexuellen Mitbürger.

    Angela Merkel gelingt es sogar, die Präventionskampagne “Ich weiss was ich tu” in ihrer Rede SO anzusprechen, dass dort keinerlei die Zielgruppe benennende Worte wie “Homosexuelle”, “Schwule Männer” oder “MSM” vorkommen. Ein beachtliches Meisterstück! Der Leser staunt…

    Für ihre heterosexuellen Wähler und Wählerinnen hätte Kanzlerin Merkel aus Anlass von 25 Jahren DAH ohne Not duraus etwas „unbequemer“ sein dürfen.

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