HIV/AIDS in der Welt der Arbeit – ein Animationsfilm der DAH

Einen Animationsfilm zum Thema HIV /AIDS und Arbeit hat die Deutsche AIDS-Hilfe im April 2008 bei youtube eingestellt. In 7.31 Minuten wird kompakt dargestellt, welche Konfliktlagen entstehen, wenn im Kollegenkreis die HIV-Infektion eines Teammitglieds bekannt wird.

Vorurteile und Ansteckungsängste werden wach, Ausgrenzung und Stigmatisierung droht, aber Vorgesetzte können mit Unterstützung durch Mitarbeiter der Aidshilfe aufklärend und versachlichend Einfluss nehmen. Idealerweise kann so der Arbeitsfrieden wiederhergestellt und können irrationale Ängste ausgeräumt werden.

Anregung und Orientierung für Leitungspersonen, Betriebsräte und engagierte Angestellte bietet eine in der Schweiz entwickelte „Betriebsstrategie zu HIV/Aids„. Wie in dem pdf-Dokument zu lesen ist, kann „keine Strategie … für alle Situationen gelten, doch dürfte es in jedem Fall hilfreich sein, die [vorgeschlagenen] … Elemente aufzunehmen.“

„Viele Strategien bleiben ein Stück Papier, das nichts verändert. Um das zu vermeiden, sollten die zur Umsetzung der Strategie notwendigen Maßnahmen beschrieben und insbesondere Strukturen und verantwortliche Personen benannt werden.“

Plakat der Deutschen AIDS-Hilfe

Besondere Verantwortung kommt auch den Fallmangern und Fallmanagerinnen der Jobcenter bei der Agentur für Arbeit zu. Um die Betreuung von arbeitssuchenden Menschen mit HIV und AIDS zu verbessern, sprich: Vorurteile und Unwissenheit bei den eigenen Mitarbeitern abzubauen, begann 2007 ein Pilotprojekt in Niedersachen.

Blogger Ondamaris sagt zu recht: „…Die Formen alltäglicher Diskriminierung und Stigmatisierung sind vielfältig. So vielfältig, dass die Franzosen ihnen schon (in Anlehnung an den Begriff ‘Homophobie’) einen Namen gegeben haben: Serophobie.“

Der Alltag zeigt mir , dass es in erster Linie beherzte Menschen braucht, egal ob Chefs, Vorgesetzte, Betriebsräte, – oder einfach KollegInnen mit gesundem Menschenverstand und Zivilcourage, damit das Bekanntwerden der HIV-Infektion eines Angestellten ohne Schaden für diesen bleibt.

5 Antworten zu HIV/AIDS in der Welt der Arbeit – ein Animationsfilm der DAH

  1. termabox sagt:

    Die Zusammenfassung einer „Fachtagung AIDS und Arbeit 2006“ gibt hervorragend wieder, wo heute angepackt werden muss.

    Zwei Ausschnitte aus dem Bericht vorab:

    Ein spezielles Problem ist die Diskriminierung, die teilweise Folge der Präventionskampagnen ist.
    Es gibt den Unterschied zwischen Krankheiten, die „man kriegt“ und denen, die „man sich holt“, wie z. B. HIV/AIDS. Der psychologische Aspekt und die Reaktion gegenüber Krankheiten, die man sich holt, ist nicht zu unterschätzen. Es ist wichtig, dass es zielgruppenspezifische Prävention gibt, das hat aber oft die Diskriminierung dieser Gruppe zur Folge. Aus dieser Problematik rauszukommen ist nicht einfach.
    Prof. Dr. iur. Thomas Geiser, Universität St. Gallen

    Das gesellschaftliche Bild der Menschen mit HIV bedarf der Korrektur. Hier sind die HIV/AIDS-Organisationen, aber auch die Ärzte und die Menschen mit HIV gefordert. Die Vorstellungen über die Nebenwirkungen der HIV-Therapie und die Leistungsfähigkeit von Menschen mit HIV müssen dringend durch gezielte Informationsarbeit aktualisiert werden.

    Es lohnt sehr, den ganzen Bericht zu lesen!

  2. […] in der aktuellen Debatte um Infektiosität unter wirksamer Therapie, Entstigmatisierung, und  Erwerbstätigkeit in Erinnerung gerufen […]

  3. TheGayDissenter sagt:

    Das Thema ist wahnsinnig wichtig, keine Frage. Aber dieses Filmchen hat mich schon nach einer knappen Minute so genervt (nicht wegen des Themas, wegen der Machart), dass ich nicht mehr weitergeschaut habe.

    Ich hoffe, dass es andere als ansprechender empfinden.

  4. […] zu lassen, gerade in der schwulen Szene wieder versteckter mit HIV zu leben, vielleicht auch um bei der Arbeit keine Probleme zu bekommen. Sich verstecken zu müssen, ob als schwuler Mann oder Mann mit HIV, […]

  5. […] einem früheren Blog: “HIV/AIDS in der Welt der Arbeit, ein Animationsfilm der DAH” hatte ich das Thema […]

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