HIV-Prävention und Antidiskriminierung für Afrika: „Deutsche Welle“

„Die Seuche bekämpfen“ („Preventing the sourge“) ist ein Lernprogramm zu HIV und AIDS in englischer Sprache, seit 17.10.2008 auf der Webseite der Deutschen Welle. In 10 Teilen wird eine story erzählt über Beziehung, Sexualität und HIV, die als Hörspiel sowohl im audio-mp3-Format abzuspielen ist, und parallel als pdf mitgelesen werden kann. Zielgruppe sind Teenager in afrikanischen Ländern.

„Lernen mit dem Ohr“ wird gefördert vom Deutschen Außenministerium.

„Ein Ziel des Projektes „Lernen mit dem Ohr“ ist, den Mangel an Wissen über HIV und AIDS zu beenden. Unsere Shows zeigen die Risiken für eine Ansteckung mit HIV und wie man sich schützen kann. Die Stücke wollen den Zuhörern verständliche Informationen liefern und zeigen, wie man HIV im Leben berücksichtigen kann und wie man mit HIV-Infizierten zusammenleben kann. Jeder, der theoretische Lektionen erwartet, wird überascht sein: „Lernen mit dem Ohr“ ist sowohl informativ, als auch unterhaltsam.“ (alle Übersetzungen vom Blogautor)

Gezielt wird auf den Abbau von Vorurteilen Wert gelegt. Dafür findet man klare Worte:

Eine HIV-Infektion ist kein Todesurteil mehr.“

Zitat: „Living with the stigma of an HIV infection still remains a major challenge. Many people who are HIV positive keep their status a secret because they fear rejection from their families and friends. But an HIV infection is no longer a death sentence: Antiretroviral drugs help many of those who are HIV positive to live a long and fulfilling life.“


Hier eine Zusammenfassung der ersten drei Teile:

Hauptfigur ist Angela, 17 Jahre alt, die schwanger wird, nachdem sie beim „Ersten Mal“ ungeschützten Sex hatte mit einem Jungen, den sie kaum kannte. Ihre Mutter droht, sie aus dem Haus zu werfen. Ihre Mutter kümmert sich nicht darum, wohin Angela geht und mit wem sie befreundet ist. Angela hat mehrere Freunde in ihrem Alter, und auch einen viel älteren „sugar daddy“. Mit ihrer Mutter geht sie zur Untersuchung in ein Krankenhaus. Dort wird ein Urintest gemacht. Dann schickt der Arzt die Mutter hinaus, um vertraulich mit Angela reden zu können: „Du bist 17 und hast ein Recht auf Vertraulichkeit.“ (Der Arzt stellt fest, dass Angela kaum einen Wortschatz für ihren Körper hat und sehr verschämt ist. Er ermutigt sie.) Angela: „Zuhause ist es verboten, darüber (= „dirty“) zu sprechen.“ Der Arzt: „Es ist dein Körper, über den wir hier sprechen. Er ist nicht schmutzig! Nun, etwas anderes: – Du hast das Recht auf einen HIV-Test. Weißt du, was das ist?“ „Nein Sir, äh, ich habe von AIDS gehört, aber…“ (Der Arzt lässt sie eine Zustimmung zum Test unterschreiben und nimmt ihr Blut ab.) Zu ihrer Freundin Annie sagt sie später: „Der Arzt sagte was, das hab ich nicht richtig verstanden. Er hat mir Blut abgenommen. Er sagte etwas von einem HIV-Test. Ich bekomme das Ergebnis morgen. Annie, ich hab solche Angst! Was bedeutet das? Muss ich jetzt sterben?“ Sie bricht in Tränen aus. Angie beruhigt sie: „Nein, natürlich nicht! Schhhh! Ich geh mit dir da hin. Wir finden das zusammen raus. Schhhh! Mach dir jetzt keine Sorgen“ …

Ein aus meiner Sicht methodisch gut angelegtes Aufklärungsprogramm, unaufgeregt, nicht moralisch und alltagsnah. Die Zielrichtung, Aufklärung mit Entstigmatisierung zu verknüpfen, erfreut mich sehr und unterstützt meine Forderung an die deutschen Gesundheitsbehörden, beiden Bereichen auch in Deutschland gleiches Gewicht beizumessen.

3 Antworten zu HIV-Prävention und Antidiskriminierung für Afrika: „Deutsche Welle“

  1. alivenkickn sagt:

    Moin Termabox

    Die Zielrichtung, Aufklärung mit Entstigmatisierung zu verknüpfen, erfreut mich sehr und unterstützt meine Forderung an die deutschen Gesundheitsbehörden, beiden Bereichen auch in Deutschland gleiches Gewicht beizumessen.

    Hey, wie kommst du Denn auf dieses schmale Brett das solches hier in unserem Lande von Nöten wär? Entstigmatisierung, Aufklärung all das brauchen wir doch gar nicht – gibts doch gar keinen Grund dafür. Wir sind doch sophisticated und educated bis zum geht nicht mehr. . . . . . .😉

  2. termabox sagt:

    @ alivenkickn:

    „Grund“ gibt’s wohl nur deshalb nicht, weil es manchen ein zu „eisses Eisen ist.

    Man muss Entstigmatisierung WOLLEN und Diskriminierungstendenzen aktiv angehen WOLLEN, sonst passiert GAR NICHTS.

    Mir scheint, es gibt wohl einige, die es wie ich wollen, die sich aber nicht trauen, das Ding mit allen Konsequenzen durchzustehen. Ich sehe eine Notwendigkeit, dass die Positivenselbsthilfe hier ein „Movement“ startet, dass andere mitzieht. Ich bin da sehr beeindruckt von unseren holländischen Jungs von „Poz&Proud„.

    Wir Menschen mit HIV und AIDS sind schon durch so viele Feuer gegangen, da hab zumindest ich keine Bange, jetzt noch auch dieses heisse Eisen aufzunehmen und es auch anderen in die Hand zu drücken.

    Eigentlich ein passendes Bild: Wirkliche Entstigmatisierung aktiv anzugehen, DAS ist die „Feuertaufe“ für echte Solidarität mit HIV-Positiven.

  3. Dennis sagt:

    @termabox
    ich hab deinen text in ein forum eingestellt und es hat sich eine rege diskussion – kommunikation entwickelt. seitens der hiv positiven besteht in der tat handlungsbedarf. das es ein heisses eisen ist, diesen eindruck habe ich eher nicht. eher das der unterschied zwischen stigmatisierung und diskriminierungs ist nicht immer jedem klar ist. doch das ist eine reine „aufklärungs-informationsgeschichte – unterschied zwischen stigma/selbststigma und diskriminierung“. ja wir – der einzelne muß es wollen. da gebe ich dir recht. die auseinandersetzung – bewußt werdung – muß zum einen bei sich selbst anfangen und zum anderen muß sie auch von aussen i.e. organisationen wie z.b DAH, BzGA aufgenommen werden. um mal die metapher von innen = der einzelne und aussen =die gesellschaft/politik/organisationen zu verwenden.

    würde die politik sich des thema stigmatisierung annehmen (nicht nur menschen die hiv + sind werden stigmatisiert) dann würde man es ja in den alltag transportieren. das hätte schon eine ganz andere qualität und wär in der tat ein heisses eisen, bedeutet es doch nichts anderes als das man sagt das es nicht wenige menschen gibt die vorurteile haben die bedingen das die lebensqualität anderer dadurch erheblich eingeschränt werden. und wer will schon gerne hören das er a) vorurteile hat und b) dadurch indirekt mit verantwortlich dafür ist das es seinem mitmenschen schlecht geht.

    ich komme immer wieder an den punkt an dem ich sehe wie wichtig „gruppen wie Poz&Proud“ sind, wie wichtig Act Up war . . . . . . . .ist? (Den Verein gibts ja noch – er ruht nur;) )

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