Deutsche AIDS Stiftung will verstärkt Projekte zum Älter werden mit HIV / AIDS unterstützen

Auf ihrer homepage informiert die Deutsche AIDS-Stiftung (DAS) darüber, dass sie zukünftig dem Bereich „Älter werden mit HIV / AIDS“ mehr Unterstützung zukommen lassen will. Zu lesen ist:

„Dank des medizinischen Fortschritts stieg die Überlebenszeit betroffener Menschen seit Mitte der 90er Jahre. Durch die längere Überlebenszeit leben viele der Betroffenen nun auch länger in Armut. Bei der AIDS-Stiftung hat sich der Anteil der Hilfesuchenden zwischen 50 und 59 Jahren seit 1999 auf 11,9 Prozent mehr als verdoppelt. Trotz der neuen Therapien fordern das Virus und die Medikamente ihren Preis. Die körperlichen und geistigen Fähigkeiten und damit auch die Arbeitsfähigkeit nehmen stark ab. Die AIDS-Stiftung unterstützt daher auch verstärkt Hilfsprojekte mit einem Betreuungsangebot für diesen Personenkreis.“

Zu wünschen ist, dass dieses Statement der DAS unterstützend wirkt, um Projekte, die Hilfe, Unterstützung und Betreuung für die Generation 50pp beinhalten, tatsächlich auf den Weg zu bringen. Die DAS unterstützt z.B. bereits Wohnprojekte für Menschen mit HIV und AIDS in Essen und Köln. Davon profitieren auch besonders ältere Menschen mit HIV und AIDS.

Meine Einschätzung ist: Für ältere Menschen mit HIV und AIDS muss sich in den kommenden 5 – 10 Jahren eine eigene Infrastruktur entwickeln. Da muss man nicht alles neu erfinden, viele Kooperationen mit bestehenden Projekten bieten sich an. Aber „alt werden mit HIV“ ist ein eigenständiges Aufgabengebiet für Selbsthilfe und AIDS-Hilfe, das als „Joint Venture“ angepackt werden will. Joint venture deshalb, weil ältere HIV-Positive im Leistungsvermögen zwar beeinträchtigt sein können, aber als „rüstige Renter“🙂 sehr fit in der Birne sind. Ein gutes Beispiel dafür ist Heide Thomas. Dass sich die Deutsche AIDS Stiftung für derartige Joint Ventures anbietet, freut mich.

In meinem Blog finden sich weitere Beiträge zum Thema „alt werden mit HIV / Gerneration 50pp“ hier:

Generation 50pluspositiv / 50pp – Publikationen (akt.)

50/2010 – Bundesweite Studie zum „älter werden mit HIV“ geht an den Start

Jenseits der Midlife-Krise – alt werden mit HIV

5 Antworten zu Deutsche AIDS Stiftung will verstärkt Projekte zum Älter werden mit HIV / AIDS unterstützen

  1. ondamaris sagt:

    eine gute sache, dass sie sich da mehr engagieren wollen.
    neben der unterstützung einzelner projekte (die löblich ist) würde mich aber auch interessieren, wie müssen sich generell strukturen in unseren szenen verändern, um diesen demographischen veränderungen gerecht zu werden …

  2. alivenkickn sagt:

    “Alt werden mit HIV” ist ein eigenständiges Aufgabengebiet für Selbsthilfe und AIDS-Hilfe, das als “Joint Venture” angepackt werden will.

    Das Zauberwort ist für mich u.a.: Joint Venture. Zum einen wie Du es sagst, das man auf die Fähigkeiten „Älterer HIV Positiver – Schwule, Lesben, Heten, Positive, etc alle die solch ein Projekt für erstrebenswert erachten – die fit in der Birne sind“ zurückgreift bzw das sich Ältere selbst einbringen. Der Casus Knackus ist jedoch das –

    1. AIDS Hilfen als einer der JVP – JointVenturePartners – müssen erkennen das sich die Situation verändert hat und sich somit neue Aufgaben ihnen präsentieren denen sie sich stellen müssen um ihnen gerecht zu werden. Dies würde u.a. bedeuten ggf neue Stellen in den AIDSHilfen zu schaffen. Das Feedback das ich seit HIV im Dialog von den AH´s in meiner Umgebung bekommen habe ist: Wir sind überfordert – dem Thema HIV und Alter mit Blick auf entsprechende Projekte können wir mangels Manpower nicht gerecht werden.

    2. der andere JVP ist – kann nur aus den Reihen der Selbsthilfe – i.e. dem – der mit HIV alt gewordenen Positiven bzw Lesbe, Schwulen, Hete, Transgender und auch der ganz normale Normalo kommen. Hier liegt der Hase im Pfeffer. In Frankfurt gab es ein Projekt – Verein „Altengayheim“ http://altenpflegayheimde.blog.de/. Die Betonung liegt auf „gab“. Der Grund. Zuviele „Bedenkenträger“ im Verein – unter den Mitgliedern.

    Mit gen Himmel gerichtetem Blick und gefalteten Händen seufzend zu resümieren. „Ach wär das nicht schön wenn s sowas gäb“ und darauf zu warten das andere was machen . . .das es passiert – mit solch einer Versorgungshaltung wird nicht das wachsen und entstehen was notwendig ist – was wir uns wünschen. Sollte doch ein solches Projekt ins Leben gerufen werden, dann ist es durchaus denkbar das der eine oder andere sagt: Ach so aber nicht . . .das hätte man aber auch anders machen können.

    Die sogenannte und vielzietierte Selbsthilfe – der Einzelne – alt gewordene HIV Positive der am PC sitzt und das ließt . . .DU . . .DU. . .ja und auch DU, der muß sagen: He das wär was. In so nem Haus würde ich gerne wohnen when I´m 64. Damit es mal so wird – da will ich mich einbringen, meinen Teil dazu beitragen.

    Veränderung kommt weder von alleine noch von outer Space. Veränderung beinhaltet „Tun – Handeln“. Jeder hat Fähigkeiten die er/sie einbringen kann. Und da es um uns geht ist „der Einzelne gefordert“ sich – seine Ideen einzubringen. Wir wollen uns wohlfühlen. Wir wollen unser Leben im Alter in Würde verbringen.

  3. termabox sagt:

    @ ondamaris:

    danke für den Gedankenamstoss zu „..wie müssen sich generell strukturen in unseren szenen verändern, um diesen demographischen veränderungen gerecht zu werden …“

    Ist hier von mir als eigenes Thema fortgesetzt: https://termabox.wordpress.com/2008/10/26/mach-deinen-bart-wieder-ab-der-macht-dich-so-alt/

  4. termabox sagt:

    alivenkickn sagt als Kommentar in Blogbeitrag:
    https://termabox.wordpress.com/2008/10/26/mach-deinen-bart-wieder-ab-der-macht-dich-so-alt/

    Deinen Kommentar setzte ich hier in den Blog zurück, da er hgier thematisch besser passt und sich die unterschiedlichen Theman udn Aspekte dann nicht so vermischen,

    ***

    Oktober 26, 2008 um 1:46 Uhr nachmittags

    Ich nehme jetzt mal diesen Faden – diese Antwort von zum dem Kommentar von Ondamaris zu dem Thema

    “Deutsche AIDS Stiftung will verstärkt Projekte zum Älter werden mit HIV / AIDS unterstützen
    Oktober 25, 2008

    danke für den Gedankenanstoss zu “..wie müssen sich generell strukturen in unseren szenen verändern, um diesen demographischen veränderungen gerecht zu werden …”

    auf.

    “Wie muss ICH mich anders verhalten, um diesen demografischen Veränderungen gerecht zu werden.”

    Wenn mit dem Tragen eines Bartes das wie ich finde nichts oder nur wenig mit Verhalten zu tun hat sondern nur einer Haltung Ausdruck verleiht, die Frage nach einer Struktur Veränderung in der Scene ihre Antwort findet um dem demografische Veänderungen gerecht zu werden, dann läuft imo was gewaltig schief.

    In diesem Fall würde ich mir Zöpfe auf die Kopfhaut nähen lassen, wenn damit gewährleistet wäre das sich die Scene oder im konkreten Fall die Aidshilfen sich des Themas “Alt werden” animmt bzw ihm gerecht werden würde. Doch auch hier – es rührt sich schon was in einigen Aidshilfen . . . das sehe ich wohl. Was mir in Gesprächen begegnet ist das “Alter bzw alt werden” gerade oder auch in der Scene oft vedrängt wird. Solange noch keine Notwendigkeit vorhanden ist, ist auch kein Handlungsbedarf notwendig. In meinen Augen ein möglicherweise fataler Trugschluß. Wenn eine Situation derart ist das “Handlungsbedaf” angesagt ist – dann muß man sofort handeln. Ich würde es mir wünschen wenn es nicht immer erst zur Veränderung über den Weg “der Erfahrung des Schmerzes” kommen würde.

    Natürlich bin ich mir bewußt das wir – ich schließe mich da mal mit ein – erst jetzt auf der pers Ebene erkennen und vor allem am eigenen Leib auch erfahren: Ah . . . wir werden – wir können also doch alt werden. Und wir wissen auch wie langwierig es ist damit bürokratische Prozesse die nun mal auch notwendig sind in Gang gesetzt werden. Ein klein wenig mehr Druck darf da schon sein wie ich finde.

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