Test-Geschichten

Warum macht man eigentlich einen HIV-Test? Jeder hat hier eine persönliche Geschichte. In der Telefon- und Online-Beratung, auch von HIV-Positiven, höre ich sehr unterschiedliche Beweggründe. Hier ist meine Geschichte. Wie ist Deine?

Manchmal ist es auch der Arzt, der den HIV-Test anregt. Dass der HIV-Test „positiv“ ausfallen könnte, haben fast alle in der Zeit zwischen Blutabnahme und Ergebnismitteilung verdrängt. Man kann und will sich das einfach nicht vorstellen.

Manche wollen sich über den HIV-Test bestätigen lassen, dass sie weiterhin „HIV-negativ“ sind. Das negativ-sein kann eine Bestätigung sein, selbstbewusst weiterhin Safer Sex zu machen.

Andere machen einen Test, nachdem sie selber oder ihr/e Partner/in fremdgegangen sind. Ein negativer Test kann dann ein Baustein sein, die Krise einer Beziehung zu überwinden.

Und bei Schwangerschaften soll Frauen immer ein HIV-Test angeboten werden. Den HIV-Test in dieser Situation zu machen, stelle ich mir auch nicht einfach vor.

Auch höre ich immer wieder, dass Menschen gezielt zum HIV-Test gehen, nachdem sie Safer Sex mit jemandem hatten, der ihnen danach mitteilte, dass er/sie HIV-positiv ist. Die erste persönliche sexuelle Aktion mit HIV-Positiven wird fast immer als stark verunsichernd erlebt. Sehr oft erfolgt erst dann eine echte Auseinandersetzung damit, was man sexuell so treibt, werden die Risken bewußt, die man eingeht und wird einem klar, was leben mit einer HIV-Infektion bedeutet.

Mein eigener HIV-Test erfolgte während eines Krankenhausaufenthaltes. Ich hatte eine ungewöhnlich lang verlaufende Hepatitis-A Infektion, weswegen ich dann ins Krankenhaus ging. Bei der Aufnahme wurde ich gefragt, ob ich auch mit einem HIV-Test einverstanden bin. Das kam mir gerade recht, da ich schon immer einen HIV-Test machen wollte und mich bisher immer drumrum gedrückt hatte. Mit meinem Hausarzt hatte ich bis dahin noch nicht über mein Schwul-sein gesprochen. Ich hatte die Fantasie, wenn ich ihm sagen würde, dass ich bei ihm einen HIV-Test machen lassen wolle, dass er mich dann nach dem Warum? fragt. Das war mir damals unangenehm. Daran, den Test auch bei der AIDS-Beratungsstelle im Gesundheitsamt zu machen, hatte ich nie gedacht. Da ich – auch gerade aus Angst vor einer Ansteckung mit HIV – bis dahin sehr wenige sexuelle Beziehungen hatte und noch weniger wirkliche Ansteckungsrisiken erlebt hatte, lag die Möglichkeit eines „positiv“-Ergebnisses für mich nur im minimal-theoretischen Bereich. In der Wartezeit war ich daher nicht sonderlich beunruhigt. Nach der Diagnose habe ich als erstes meine beste Freundin angerufen. Ich war völlig durch den Wind, im Kern getroffen und verunsichert. Dass ich den HIV-Test machen ließ, habe ich nie bereut.

Was waren Deine Gründe, einen HIV-Test zu machen?

Schließe hier Deine persönliche Geschichte – oder auch Geschichten – zum HIV-Test an. Ich bin sehr gespannt, zu erfahren, wie unterschiedlich eure Lebenssituationen sind, in denen ihr zum Test gegangen seid. Ihr alle habt viel mitzuteilen. Auch die, die bisher keinen HIV-Test gemacht haben. Macht mit!

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Dieser Beitrag wurde erstmals von mir gepostet am 19.10.2007 im damals bestehenden Blog der Kampagnenseite www.welt-aids-tag.de. Leider wurde der Blogbereich dort im Juli 2008 komplett abgeschaltet. Auf vielfachen Wunsch mache ich meine alten Beiträge hier wieder zugänglich.

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